Aktenverwaltung: Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Lebenszyklus einer Akte
Aktenverwaltung umfasst die systematische Erfassung, Organisation, Aufbewahrung und Aussonderung von Akten über ihren gesamten Lebenszyklus. Sie stellt sicher, dass geschäftsrelevante Unterlagen auffindbar bleiben, Zugriffe kontrolliert werden und gesetzliche Aufbewahrungs- und Löschpflichten eingehalten werden können.
Welche finanziellen Folgen Verstöße gegen Aufzeichnungspflichten haben können, zeigt die US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission: Allein im Geschäftsjahr 2024 verhängte sie in entsprechenden Verfahren gegen mehr als 70 Unternehmen Strafen von insgesamt über 600 Millionen US-Dollar. Auch im deutschsprachigen Raum müssen Unternehmen zahlreiche Anforderungen an die ordnungsgemäße Aufbewahrung geschäftlicher Unterlagen erfüllen.
Dieser Leitfaden zeigt in fünf Schritten, wie der Aktenlebenszyklus funktioniert, welche Anforderungen in den einzelnen Phasen gelten und wie sich wiederkehrende Aufgaben mit Aktenverwaltungssoftware automatisieren lassen.
Wichtige Erkenntnisse
- Aktenverwaltung endet nicht mit der Ablage: Sie regelt eine Akte bis zur Vernichtung oder dauerhaften Archivierung, gesteuert durch Aufbewahrungspflichten statt durch Tagesgeschäft.
- Der Aktenlebenszyklus umfasst fünf Phasen, jede mit eigenem Compliance- und Zugriffsrisiko.
- Fehlende Aktenführung ist teuer: allein die SEC verhängte 2024 über 600 Mio. US-Dollar Bußgeld; im DACH-Raum drohen Sanktionen nach GoBD, HGB, AO und DSGVO.
- Software automatisiert Fristen, Aussonderung und Audit Trails und ersetzt die manuelle Nachverfolgung, an der die meisten Compliance-Lücken entstehen.
- Doxis bündelt Aktenverwaltung, Dokumentenmanagement, Workflows und Archivierung in einer Plattform statt in getrennten Systemen.
- Bei der Softwareauswahl zählen automatisierte Fristen, rollenbasierte Zugriffsrechte, eine Sperrfunktion gegen vorzeitige Löschung und Integration in Systeme wie SAP oder Microsoft 365.
Was ist die Aktenverwaltung?
Aktenverwaltung ist die systematische Steuerung der Akten eines Unternehmens über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg, sowohl in physischer als auch in elektronischer Form. Sie regelt, wie Akten erstellt, klassifiziert, zugänglich gemacht, aufbewahrt und schließlich vernichtet oder archiviert werden. Und das im Einklang mit gesetzlichen, regulatorischen und internen Governance-Anforderungen. Anders als das Dokumentenmanagement, das die tägliche Zusammenarbeit an aktiven Dateien in den Mittelpunkt stellt, dient die Aktenverwaltung dazu, Compliance nachzuweisen und Risiken abzuwehren.
Aktenverwaltung Schritt für Schritt
Hey Doxi, wie funktioniert Aktenverwaltung?
Eine systematische Aktenverwaltung begleitet Unterlagen von ihrer Erstellung bis zur langfristigen Aufbewahrung oder endgültigen Löschung. Die folgenden fünf Schritte zeigen, wie Unternehmen diesen Lebenszyklus organisieren und durch automatisierte Abläufe unterstützen können.
Schritt 1: Akte erstellen und klassifizieren
Neue Akten entstehen beispielsweise durch Verträge, Rechnungen oder geschäftliche Korrespondenz. Damit sie später auffindbar und eindeutig zugeordnet werden können, sollten sie zentral erfasst und mit Metadaten wie Aktentyp oder Erstellungsdatum versehen werden.
Eine Aktenverwaltungssoftware kann Dokumente automatisch klassifizieren, relevante Informationen auslesen und passende Aufbewahrungsregeln zuordnen. Das reduziert den manuellen Erfassungsaufwand und sorgt für eine einheitliche Ablagestruktur.
Schritt 2: Zugriff und Nutzung steuern
Nicht alle Mitarbeitenden dürfen jede Akte einsehen oder bearbeiten. Rollenbasierte Berechtigungen legen deshalb fest, wer auf bestimmte Informationen zugreifen, Änderungen vornehmen oder Dokumente freigeben darf.
Zentrale Suchfunktionen erleichtern das Auffinden berechtigter Inhalte, während Audit-Trails relevante Zugriffe und Bearbeitungsschritte dokumentieren. So bleiben Akten im Arbeitsalltag verfügbar, ohne den Schutz vertraulicher Informationen zu vernachlässigen.
Schritt 3: Akten und Aufbewahrungsfristen verwalten
Während ihrer Nutzung müssen Akten vollständig, nachvollziehbar und entsprechend den geltenden Vorgaben verwaltet werden. Dazu gehören die Pflege von Metadaten, die Dokumentation von Änderungen und die regelmäßige Überprüfung von Zugriffsrechten.
Automatisierte Aufbewahrungsregeln ordnen Dokumenten die jeweils geltenden Fristen zu und überwachen deren Ablauf. Dadurch sinkt das Risiko, dass Unterlagen versehentlich zu früh gelöscht oder ohne rechtliche Grundlage länger als erforderlich gespeichert werden.
Schritt 4: Akten langfristig archivieren
Nach Abschluss eines Geschäftsvorgangs werden Akten häufig nicht mehr regelmäßig benötigt, müssen aber weiterhin aufbewahrt werden. Eine geeignete Archivierungslösung schützt diese Unterlagen vor unbefugten Änderungen und stellt sicher, dass sie während der erforderlichen Aufbewahrungsdauer lesbar und auffindbar bleiben.
Dafür können beispielsweise geeignete Langzeitformate wie PDF/A, geregelte Zugriffsrechte und Mechanismen zum Schutz vor nachträglichen Veränderungen eingesetzt werden. Welche Maßnahmen erforderlich sind, hängt von Dokumenttyp, Aufbewahrungspflicht und regulatorischem Umfeld ab.
Schritt 5: Langfristig aufzubewahrende Akten archivieren
Nach Ablauf der geltenden Aufbewahrungsfrist müssen Unternehmen prüfen, ob eine Akte gelöscht oder aus anderen zulässigen Gründen weiterhin aufbewahrt werden muss. Laufende Rechtsstreitigkeiten oder besondere gesetzliche Vorgaben können einer Löschung entgegenstehen.
Eine Aktenverwaltungssoftware kann aussonderungsreife Akten identifizieren, erforderliche Prüf- und Freigabeschritte anstoßen und die Entscheidung dokumentieren. So lassen sich Unterlagen kontrolliert löschen oder bei entsprechender Rechtsgrundlage dauerhaft archivieren, ohne dass wichtige Nachweise verloren gehen.
Checkliste: Aktenlebenszyklus auf einen Blick
Diese Checkliste fasst zusammen, welche Frage in welcher Phase zählt, welches Risiko dahintersteht und welcher Schritt sich automatisieren lässt.
| Phase | Kontrollfrage | Typisches Risiko | Automatisierbarer Schritt |
| Erstellung | Ist die Akte korrekt klassifiziert? | Falsche Aufbewahrungsfrist zugewiesen | KI-gestützte Klassifizierung |
| Nutzung | Wer darf zugreifen? | Unberechtigter Zugriff | Rollen- und Rechtekonzept |
| Aufbewahrung | Welche Regel gilt für diesen Aktentyp? | Zu frühe oder zu lange Speicherung | Automatisierte Aufbewahrungsregeln |
| Aussonderung | Besteht ein Legal Hold? | Unzulässige Löschung | Dokumentierter Freigabe-Workflow |
| Archivierung | Bleibt die Akte lesbar und unverändert? | Verlust der Nachweisbarkeit | Revisionssicheres Langzeitarchiv |
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Warum Aktenverwaltung für Ihr Unternehmen wichtig ist
Aktenverwaltung ist kein reiner Compliance-Haken auf einer Liste. Sie wirkt sich direkt darauf aus, wie schnell Ihre Teams Informationen wiederfinden, wie stark Ihr Unternehmen regulatorischen Strafen ausgesetzt ist und wie viel manueller Aufwand bei Ihren Mitarbeitenden für Aufgaben landet, die eine Plattform automatisch erledigen könnte.
Die Risiken einer schlecht funktionierenden Aktenverwaltung zeigen sich immer wieder auf dieselbe Weise:
- Regulatorische Strafen: Neben den SEC-Bußgeldern des Geschäftsjahres 2024 sehen auch DSGVO, GoBD, HGB und AO eigene Sanktionsmechanismen für unsachgemäße Aktenführung vor
- Doppelte und verstreute Akten: Möglicherweise verteilen und archivieren Sie mehrere Kopien desselben Vertrags über verschiedene Abteilungen hinweg, ohne es zu bemerken, was Speicherkosten und Compliance-Risiko gleichermaßen erhöht
- Langsames Auffinden von Informationen: Über getrennte Systeme verstreute Akten dauern bei einer Prüfung, einer rechtlichen Anfrage oder einer routinemäßigen Geschäftsfrage länger, bis sie gefunden sind
- Versehentliche oder verfrühte Vernichtung: Ohne automatisierte Fristüberwachung werden Akten gelöscht, bevor ihre gesetzlich vorgeschriebene Aufbewahrungsfrist endet, oder unbegrenzt aufbewahrt, weil niemand sie zur Aussonderung markiert hat
Ein gut geführtes Aktenverwaltungsprogramm adressiert alle vier Punkte, indem es Akten in einem zentral gesteuerten System mit automatisierten Lebenszykluskontrollen zusammenführt, statt Aufbewahrung und Aussonderung dem manuellen Tracking einzelner Teams zu überlassen.
Was Unternehmen durch automatisierte Aktenverwaltung gewinnen
Automatisierte Aktenverwaltung wirkt sich über die reine Compliance hinaus aus. Unternehmen, die den Lebenszyklus systematisch steuern, berichten typischerweise von folgenden Effekten:
- Weniger manuelle Klassifizierungsarbeit, weil eingehende Akten automatisch dem richtigen Typ und Aufbewahrungsplan zugeordnet werden
- Weniger Systemwechsel, weil Aktenverwaltung, Dokumentenmanagement und Archivierung auf einer Plattform zusammenlaufen statt in getrennten Tools
- Schnellere Vorbereitung auf Prüfungen und Audits, weil sich der Status einer Akte und ihr vollständiger Verlauf direkt nachweisen lassen
- Geringerer Suchaufwand, weil KI-gestützte Suche Akten über alle angebundenen Systeme hinweg auffindbar macht
- Kontrolliertere Löschung, weil Aussonderung über einen dokumentierten Workflow statt über Einzelentscheidungen läuft
Die richtige Aktenverwaltungssoftware auswählen
Die meisten Aktenverwaltungssoftwares decken die Grundlagen ab: Deklaration, Aufbewahrung, Aussonderung und eine gewisse Archivintegration. Entscheidend ist, ob die Software den gesamten Lebenszyklus durchgängig abbildet, statt einzelne Phasen isoliert zu lösen:
- Automatisierte Aufbewahrung und Aussonderung ohne manuelle Überwachung
- Rollenbasierte Zugriffskontrolle mit SSO-/LDAP-Integration
- Eine Sperrfunktion gegen vorzeitige Löschung bei anhängigen Rechtsstreitigkeiten
- Native Anbindung an bestehende Systeme wie SAP, Microsoft 365 oder Salesforce, statt Akten als separates Silo zu behandeln
Einen vollständigen Vergleich der führenden Anbieter finden Sie in unserem Vergleich der besten Aktenverwaltungssoftware.
Aktenverwaltung mit Doxis in der Praxis
Wie sich die digitale Aktenverwaltung im Unternehmensalltag bewährt, zeigen zwei Praxisbeispiele: Bei HANSA-FLEX ersetzte Doxis rund 2.000 Papierpersonalakten und reduzierte den manuellen Aufwand für Ablage und Dokumentensuche. EDEKA Nord digitalisierte rund 500 Aktenordner mit 64.000 Papierdokumenten und überführte sie in elektronische Objektakten.
So unterstützt Doxis den gesamten Aktenlebenszyklus
Doxis verbindet digitale Aktenverwaltung, Workflow-Automatisierung und revisionssichere Archivierung auf einer Plattform. Damit lassen sich Akten von der Erfassung bis zur Aussonderung nach einheitlichen Regeln verwalten.
- Erfassung und Klassifizierung: KI-gestützte Dokumentenverarbeitung erkennt Dokumenttypen, extrahiert relevante Informationen und unterstützt die automatische Zuordnung zu Akten.
- Zugriff und Nachvollziehbarkeit: Rollenbasierte Berechtigungen schützen sensible Informationen, während Audit-Trails relevante Zugriffe und Änderungen dokumentieren.
- Aufbewahrung und Aussonderung: Automatisierte Fristenverwaltung und dokumentierte Aussonderungs-Workflows unterstützen die regelkonforme Aufbewahrung und Löschung. Löschsperren verhindern bei entsprechender Konfiguration eine vorzeitige Vernichtung.
- Revisionssichere Archivierung: Doxis safeLock schützt archivierte Inhalte vor nachträglichen Änderungen. Die Integration in Geschäftssysteme wie SAP und Microsoft 365 hält Akten im jeweiligen Geschäftskontext verfügbar.
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Häufig gestellte Fragen zur Aktenverwaltung
Was ist die Aktenverwaltung?
Aktenverwaltung ist der Prozess, mit dem Unternehmen Akten gemäß gesetzlichen, regulatorischen und internen Governance-Anforderungen über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg erstellen, klassifizieren, speichern und aussondern.
Wie unterscheidet sich Aktenverwaltung vom Dokumentenmanagement?
Dokumentenmanagement konzentriert sich auf die Organisation aktiver, in Bearbeitung befindlicher Dokumente für die tägliche Zusammenarbeit, während Aktenverwaltung den Compliance-Lebenszyklus abgeschlossener Akten steuert, einschließlich vorgeschriebener Aufbewahrungsfristen und rechtssicherer Vernichtung.
Welche Phasen umfasst der Aktenlebenszyklus?
Der Aktenlebenszyklus umfasst Erstellung, Nutzung, Aufbewahrung, Aussonderung und Archivierung. Jede Phase bringt eigene Anforderungen an Klassifizierung, Zugriffskontrolle und Compliance mit sich.
Wie lange müssen Akten aufbewahrt werden?
Das hängt von Dokumentart und Rechtsgrundlage ab. Nach HGB und AO gelten in Deutschland in der Regel 10 Jahre für Handelsbücher, Jahresabschlüsse und Inventare, 6 Jahre für die meisten übrigen Geschäftsunterlagen wie Handelsbriefe, und seit 2025 8 Jahre für Buchungsbelege wie Rechnungen (zuvor 10 Jahre, verkürzt für Belege, deren Frist Anfang 2025 noch nicht abgelaufen war). Prüfen Sie die jeweils aktuelle Fassung von HGB, AO und UStG, etwa über die Übersicht der IHK Frankfurt. In Österreich gelten nach BAO und UGB, in der Schweiz nach GeBüV und OR vergleichbare, aber eigenständige Fristen.
Kann Aktenverwaltungssoftware sowohl physische als auch elektronische Akten verwalten?
Ja. Doxis unterstützt die barcodegestützte Erfassung und Trennung von Papierdokumenten beim Scannen, sodass sich physische und elektronische Akten aus einem System heraus steuern lassen. Eine durchgängige Standortverfolgung physischer Aktenbestände per RFID ist nicht Teil des Produkts.
Was ist ein Legal Hold in der Aktenverwaltung?
Ein Legal Hold ist ein Mechanismus, der die geplante Löschung einer Akte unabhängig von ihrer regulären Aufbewahrungsfrist pausiert, angewendet, wenn ein Rechtsstreit oder eine behördliche Untersuchung anhängig ist. Doxis bildet das im Kernprodukt über eine Löschsperre ab; für eine fallbasierte Legal-Hold-Verwaltung über mehrere Aktenbestände hinweg steht der separate SAP-ILM-Connector zur Verfügung.
Was passiert, wenn eine Akte unsachgemäß vernichtet wird?
Eine unsachgemäße Aussonderung, egal ob eine Akte zu früh vernichtet oder über die gesetzlich vorgeschriebene Frist hinaus aufbewahrt wird, kann zu regulatorischen Strafen führen und schwächt Ihre Position bei Prüfungen oder Rechtsstreitigkeiten, da Sie die Vernichtungshistorie der Akte nicht vorlegen oder rechtfertigen können.
Lässt sich Aktenverwaltungssoftware in SAP oder Microsoft 365 integrieren?
Ja. Doxis bietet zertifizierte, bidirektionale Integration in SAP und Salesforce sowie eine Anbindung an Microsoft 365 über den Doxis Gateway Server, über den sich Dokumente und Nachrichten aus Teams, SharePoint und Outlook in Doxis ablegen lassen. So werden in diesen Systemen erzeugte Akten erfasst und gesteuert, ohne manuellen Export oder Duplizierung.
Marc Volquardsen
Moin aus Hamburg!
Ich bin Produktmanager & Lösungsarchitekt und seit 2004 bei Doxis. Nach 15 Jahren als Lösungsberater an der Seite des Vertriebs bin ich 2020 in das Produktmanagement für Lösungen gewechselt. Dort konzipiere ich kundennahe Lösungen auf Basis von Doxis, SAP und Salesforce – sprechen Sie mich gerne an.
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