Software für die Verwaltung von Patientenakten: So erkennen Sie ein gutes System
Patientenunterlagen liegen selten an einem einzigen Ort. Überweisungen liegen in einem System, Laborbefunde in einem anderen, gescannte Aufnahmeformulare warten auf einem gemeinsamen Laufwerk darauf, abgelegt zu werden. Für IT- und Compliance-Teams im Gesundheitswesen wird aus einer einfachen Aktenanfrage so schnell eine Suche quer durch alle Abteilungen.
Ein Hinweis zur Begrifflichkeit: In diesem Artikel geht es um Software, mit der Krankenhäuser, Kliniken und andere Einrichtungen ihre medizinischen Dokumente unternehmensweit verwalten – nicht um die gesetzliche elektronische Patientenakte (ePA), die Patientinnen und Patienten in Deutschland für ihre persönlichen Gesundheitsdaten nutzen. Beide Systeme ergänzen sich in der Praxis, erfüllen aber unterschiedliche Zwecke.
Laut dem IBM Cost of a Data Breach Report 2025 ist das Gesundheitswesen seit 14 Jahren in Folge die Branche mit den teuersten Datenschutzvorfällen: Ein einzelner Vorfall kostet mittlerweile im Schnitt 7,42 Millionen US-Dollar und braucht 279 Tage, bis er erkannt und eingedämmt ist. Jede verstreute Patientenakte, jeder unüberwachte Ordner und jeder undokumentierte Zugriffspunkt vergrößert dieses Risiko zusätzlich.
Erfahren Sie, was elektronische Patientenakte Software wirklich leisten muss, auf welche Funktionen es bei der Auswahl ankommt und wie Doxis für das Gesundheitswesen Patientenaktenmanagement, Dokumentenerfassung und Compliance zusammenbringt.
Wichtige Erkenntnisse
- Elektronische Patientenakte Software zentralisiert, sichert und steuert Patientenunterlagen über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg – von der Erfassung bis zur Aufbewahrung und Entsorgung.
- Nicht die reine Speicherung, sondern Compliance- und Sicherheitskontrollen unterscheiden echte Software für die Patientenaktenverwaltung von einer einfachen Dateiablage.
- KI-gestützte Dokumentenerfassung reduziert den manuellen Aufwand für Scannen und Verschlagworten, der die Bearbeitung von Patientenunterlagen sonst ausbremst.
- Aufbewahrungsfristen und Audit Trails müssen automatisiert laufen – nicht manuell in Tabellen nachgehalten werden.
- Die Interoperabilität mit KIS, SAP und anderen klinischen oder administrativen Systemen entscheidet darüber, wie viel Nutzen die Software im Alltag tatsächlich bringt.
- Doxis vereint Dokumentenerfassung, Klassifizierung, automatisierte Aufbewahrung und compliance-gerechte Governance in einer Plattform für Patientenakten.
Was ist elektronische Patientenakte Software?
Elektronische Patientenakte Software erfasst, strukturiert, speichert und verwaltet Patientendokumentation – etwa Überweisungen, Einwilligungserklärungen, Diagnoseberichte und Korrespondenz – über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Sie versieht Dokumente mit Struktur und Metadaten, damit Einrichtungen im Gesundheitswesen Patientenunterlagen auffinden, sichern und gemäß regulatorischer Vorgaben aufbewahren können.
Warum das Management von Patientenakten für Einrichtungen im Gesundheitswesen wichtig ist
Eine Patientenakte besteht selten aus einem einzigen Dokument. Sie wächst kontinuierlich um Überweisungen, Befunde, Einwilligungen, Korrespondenz mit Kostenträgern und klinische Notizen aus verschiedenen Abteilungen und Standorten. Verteilt sich diese Sammlung über Netzlaufwerke, Papierakten und isolierte Systeme, verliert das Personal wertvolle Zeit mit der Suche nach Dokumenten – Zeit, die eigentlich der Patientenversorgung zugutekommen sollte.
Zu den betrieblichen Risiken kommen die regulatorischen hinzu. Die EU-DSGVO verlangt dokumentierte Prozesse, Zugriffskontrollen und jederzeit auffindbare Unterlagen; hinzu kommen die ärztliche Schweigepflicht (§ 203 StGB) und gesetzliche Aufbewahrungsfristen für Patientenunterlagen, die in Deutschland in der Regel mindestens zehn Jahre betragen, bei bestimmten Dokumenten wie Röntgenbildern auch deutlich länger. Aufsichtsbehörden erwarten, dass Einrichtungen bestimmte Unterlagen auf Anfrage vorlegen können – mitunter innerhalb enger gesetzlicher Fristen. Erst Software, die gezielt für die Patientenaktenverwaltung entwickelt wurde und nicht bloß als allgemeine Dateiablage dient, macht das möglich, ohne dass jede Abteilung manuell durchsucht werden muss.
Worauf Sie bei einem System für die Patientenaktenverwaltung achten sollten
Nicht jede Dokumentenplattform ist für die besonderen Anforderungen von Patientendaten gebaut. Diese Funktionen lohnt es sich bei jeder Evaluierung genau zu prüfen.
DSGVO-konforme Sicherheit und Zugriffskontrollen
Patientendaten brauchen mehr als passwortgeschützte Ordner. Achten Sie auf rollenbasierte Berechtigungen, Verschlüsselung bei Speicherung und Übertragung sowie ein System, das die organisatorischen und technischen Schutzmaßnahmen der EU-DSGVO abbildet. In Deutschland kommt die ärztliche Schweigepflicht als weitere rechtliche Ebene hinzu – Software, die für internationale Kunden auch HIPAA-Anforderungen erfüllt, deckt in der Regel ein vergleichbares oder höheres Schutzniveau ab. Entscheidend ist, dass sich die Compliance im Audit nachweisen lässt und nicht nur im Datenblatt behauptet wird.
Zentralisierte, strukturierte Patientenakten
Ein leistungsfähiges System bündelt Überweisungen, Laborbefunde, Bildgebungsberichte und Korrespondenz in einer einzigen, strukturierten elektronischen Patientenakte, statt sie über einzelne Abteilungsablagen zu verstreuen. Mitarbeitende sollten eine Akte öffnen und die vollständige, nach Typ, Datum und Herkunft korrekt indexierte Dokumentenhistorie eines Patienten sehen können.
Intelligente Erfassung und Klassifizierung medizinischer Dokumente
Eingehende Patientendokumente manuell zu scannen und zu verschlagworten ist langsam und fehleranfällig. Setzen Sie auf KI-gestützte Dokumentenerfassung, die eingehende Unterlagen liest, nach Typ klassifiziert – etwa als Rezept, Diagnose oder Überweisung –, mit der richtigen Patientenkennung versieht und automatisch ablegt. Das nimmt einen sich wiederholenden manuellen Schritt aus dem Prozess und bringt Dokumente schneller in die richtige Akte.
Aufbewahrungsregeln und Audit Trails
Patientenunterlagen unterliegen Aufbewahrungsfristen, die je nach Dokumenttyp und Rechtsgrundlage variieren. Die Software sollte Aufbewahrungsregeln automatisch anwenden, Akten kurz vor Ablauf der Frist kennzeichnen und einen lückenlosen Audit Trail führen, der zeigt, wer ein Dokument erstellt, eingesehen, geändert oder freigegeben hat.
Interoperabilität mit KIS, SAP und anderen Systemen
Software für die Patientenaktenverwaltung arbeitet selten isoliert. Sie muss sich mit dem Krankenhausinformationssystem (KIS) für den klinischen Kontext verbinden lassen, mit SAP-Archivierung oder ERP-Umgebungen für administrative und Abrechnungsprozesse sowie mit weiteren Systemen, auf die Ihre Teams bereits setzen. Offene Schnittstellen und vorkonfigurierte Integrationen reduzieren den individuellen Entwicklungsaufwand für diese Anbindung erheblich.
Skalierbare, rollenbasierte Zugriffssteuerung
Mit wachsender Patientenzahl steigt auch die Zahl der Personen, die auf eine bestimmte Akte teilweisen, aber nicht vollständigen Zugriff benötigen. Granulare, rollenbasierte Berechtigungen legen genau fest, wer bestimmte Dokumente einsehen, bearbeiten oder exportieren darf – und das System skaliert dabei mit wachsenden Dokumentenmengen, ohne an Leistung zu verlieren.
Intelligente Lösungen für Kliniken und Krankenhäuser
Doxis Healthcare macht Patienteninformationen systemübergreifend verfügbar und ermöglicht durchgängig digitale Prozesse.
Download the BrochureTypische Herausforderungen bei der Verwaltung von Patientenakten
Selbst gut ausgestattete Einrichtungen im Gesundheitswesen stoßen immer wieder auf dieselben Probleme:
- Fragmentierte Ablage: Patientendokumente verteilen sich auf Netzlaufwerke, E-Mail-Postfächer und Abteilungssysteme, ohne eine einzige verlässliche Quelle
- Manuelle Ablagestaus: Mitarbeitende scannen und verschlagworten Dokumente von Hand, was zu Verzögerungen zwischen Eingang und Verfügbarkeit in der Patientenakte führt
- Uneinheitliche Aufbewahrungspraxis: Fristen und Löschungen werden in Tabellen nachgehalten statt automatisch durchgesetzt
- Eingeschränkte Audit-Transparenz: kein verlässlicher Nachweis, wer wann auf eine Akte zugegriffen oder sie geändert hat, wenn Compliance-Teams Belege brauchen
- Getrennte Systeme: Software für die Patientenaktenverwaltung, die nicht mit KIS, Abrechnung oder ERP-Systemen kommuniziert, die im Alltag ohnehin genutzt werden
Eine Plattform, mehr als nur Patientenakten
Die Verwaltung von Patientenakten ist ein Anwendungsfall, der auf derselben Doxis-Plattform aufsetzt – die zugrunde liegende Logik für Erfassung, Klassifizierung, Aufbewahrung und Governance ist nicht auf Patientendokumente beschränkt. Dieselbe konfigurierbare Struktur lässt sich problemlos auf andere dokumentenintensive Prozesse im Gesundheitswesen übertragen, am häufigsten auf Personalakten.
Krankenhäuser und Kliniken beschäftigen große, oft tarifgebundene Belegschaften mit einem eigenen Dokumentenlebenszyklus: Verträge, Qualifikationsnachweise, Zertifikate, Beurteilungen und Urlaubsunterlagen, die dieselbe Sorgfalt bei Audit Trail und Aufbewahrung verlangen wie Patientendokumentation. Doxis unterstützt das mit vorkonfigurierten Integrationen für SAP SuccessFactors und Workday, sodass digitale Personalakten mit den bereits genutzten HR-Systemen verbunden bleiben, statt zu einem separaten Silo zu werden.
Für Einrichtungen, die Doxis bereits für Patientenakten einsetzen, ist die Erweiterung auf HR, Vertragsmanagement oder Rechnungsverarbeitung eine Frage der Konfiguration, nicht einer neuen Plattformanschaffung – ein Aspekt, den IT-Teams bei der Bewertung der Gesamtbetriebskosten neben den oben genannten Kriterien einplanen sollten.
Möchten Sie sehen, wie Doxis Patientenakten in der Größenordnung Ihrer Einrichtung handhabt? Fordern Sie eine kostenlose Demo an und besprechen Sie Ihre konkreten Compliance- und Prozessanforderungen.
So wählen Sie das richtige System für die Patientenaktenverwaltung mit Doxis
Die zuvor genannten Kriterien lassen sich am besten an einem konkreten System nachvollziehen. Doxis deckt sie nicht als isolierte Einzelfunktionen ab, sondern als Teil einer durchgängigen Plattform für Erfassung, Verwaltung und Archivierung von Patientenakten:
- Compliance-gerechte Architektur: Doxis unterstützt die Einhaltung der EU-DSGVO, ist DSGVO-zertifiziert und hält eine Zertifizierung für Records Management gemäß ISO 16175:2020 – eine dokumentierte Grundlage für Compliance-Teams statt eines Flickenteppichs aus manuellen Kontrollen.
- KI-gestützte Dokumentenerfassung: Doxis klassifiziert eingehende Patientendokumente wie Rezepte, Diagnosen und Überweisungen, versieht sie mit der richtigen Patientenkennung und legt sie automatisch in der Akte ab – manuelles Scannen und Verschlagworten entfällt.
- Einheitliche Patientenakte: Doxis bündelt Patientendokumente in einer einzigen, strukturierten Akte mit vollständiger Versionshistorie, sodass Mitarbeitende mit einer verlässlichen Akte arbeiten, statt abteilungsübergreifend zu suchen.
- Automatisierte Aufbewahrung und Audit Trails: Doxis wendet Aufbewahrungsregeln je nach Dokumenttyp an und führt einen lückenlosen Audit Trail darüber, wer jede Akte erstellt, eingesehen oder geändert hat – das unterstützt die Prüfungsbereitschaft ohne manuelle Nachverfolgung.
- Tiefe SAP- und Systemintegration: Doxis integriert sich mit SAP und anderen Unternehmenssystemen und verbindet administrative und Abrechnungsdokumente mit den Finanz- und HR-Prozessen, die Back-Office-Teams in Kliniken bereits nutzen – ergänzt um Interoperabilität mit klinischen Systemen (HL7, FHIR, DICOM, IHE) für die klinische Seite.
- Modulare, skalierbare Einführung: Einrichtungen können mit dem Dokumentenmanagement für eine Abteilung starten und bei wachsendem Bedarf intelligente Erfassung, Workflow-Automatisierung oder SAP-integrierte Aktenverwaltung ergänzen, ohne die Plattform zu wechseln.
Doxis wurde als Leader im Gartner® Magic Quadrant™ für Document Management 2026 ausgezeichnet. Eine Forrester-Consulting-Studie zum Total Economic Impact™ der Doxis-Plattform ermittelte einen ROI von 336 % über drei Jahre bei einer Amortisationszeit von unter sechs Monaten.
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FAQs zu Software für die elektronische Patientenakte
Was unterscheidet elektronische Patientenakte Software von der gesetzlichen ePA?
Die gesetzliche elektronische Patientenakte (ePA) ist ein von Patientinnen und Patienten selbst verwalteter Datenspeicher für ihre persönlichen Gesundheitsdaten. Software für die Patientenaktenverwaltung, wie sie in diesem Artikel beschrieben wird, ist dagegen ein unternehmensinternes System, mit dem Kliniken und Praxen ihre eigenen Patientendokumente erfassen, klassifizieren, aufbewahren und compliance-gerecht verwalten. Beide Systeme können über Schnittstellen miteinander verbunden werden, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben.
Was unterscheidet Software für die Patientenaktenverwaltung von einem KIS?
Ein Krankenhausinformationssystem (KIS) fokussiert sich auf die klinische Dokumentation, die während der Behandlung entsteht, etwa Diagnosen und Therapiepläne. Software für die Patientenaktenverwaltung steuert dagegen den gesamten Dokumentenlebenszyklus – Eingang, Klassifizierung, Aufbewahrung und Compliance – und arbeitet dabei mit dem KIS zusammen, statt es zu ersetzen.
Muss Software für die Patientenaktenverwaltung die EU-DSGVO erfüllen?
Jede Software, die personenbezogene Gesundheitsdaten speichert oder verarbeitet, muss die technischen und organisatorischen Schutzmaßnahmen der EU-DSGVO erfüllen – darunter Zugriffskontrollen, Verschlüsselung und lückenlose Protokollierung. In Deutschland kommt zusätzlich die ärztliche Schweigepflicht nach § 203 StGB hinzu.
Wie lange müssen Einrichtungen im Gesundheitswesen Patientenakten aufbewahren?
Die Aufbewahrungsfristen richten sich nach Dokumenttyp und gesetzlicher Grundlage; in Deutschland gilt für die meisten Patientenunterlagen eine Mindestfrist von zehn Jahren nach Abschluss der Behandlung, für bestimmte Dokumente wie Röntgenbilder gelten längere Fristen. Ein System für die Patientenaktenverwaltung sollte die passende Aufbewahrungsfrist automatisch anhand von Dokumenttyp und Rechtsraum anwenden.
Lässt sich Software für die Patientenaktenverwaltung in ein bestehendes KIS integrieren?
Ja. Für den Unternehmenseinsatz konzipierte Plattformen wie Doxis lassen sich über offene Schnittstellen mit KIS, SAP und anderen klinischen oder administrativen Systemen verbinden, sodass Patientendokumente mit den bereits genutzten Systemen verbunden bleiben.
Was passiert mit Papierakten beim Übergang zur digitalen Aktenverwaltung?
Papierakten werden gescannt und über die intelligente Erfassung verarbeitet, die jedes Dokument klassifiziert und in der richtigen Patientenakte ablegt. So werden historische Unterlagen zusammen mit neu erstellten digitalen Dokumenten durchsuchbar.
Wer sollte an der Auswahl von Software für die Patientenaktenverwaltung beteiligt sein?
An der Evaluierung sollten IT-Verantwortliche im Gesundheitswesen, Compliance- und Datenschutzbeauftragte sowie Mitarbeitende aus dem Aktenmanagement beteiligt sein, da die Software technische, regulatorische und operative Anforderungen gleichzeitig erfüllen muss.
Ersetzt Software für die Patientenaktenverwaltung ein Compliance-Programm?
Nein. Die Software unterstützt ein Compliance-Programm, indem sie Zugriffskontrollen, Aufbewahrungsregeln und Audit Trails durchsetzt – dokumentierte Richtlinien, Mitarbeiterschulungen und Aufsicht bleiben weiterhin nötig, um die EU-DSGVO und weitere regulatorische Anforderungen vollständig zu erfüllen.
Bärbel Heuser-Roth
Seit vielen Jahren ist Bärbel Heuser-Roth auf vielfältige Themen des Enterprise Content Managements (ECM) spezialisiert. Ihr Fachgebiet umfasst Informationslogistik, Prozessmanagement, Compliance sowie KI-basierte Intelligent Content Automation. Darüber hinaus hat sie sich intensiv mit der Planung, Umsetzung und Optimierung von ECM-Projekten in Unternehmen und Organisationen beschäftigt und hierzu zahlreiche Fachbeiträge veröffentlicht.
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