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Vertragsprüfung Checkliste: Standardisiert prüfen, sicher freigeben
Verträge werden vor der Unterzeichnung fachlich, rechtlich und kaufmännisch geprüft. In vielen Unternehmen passiert das jedoch nicht in einem klar gesteuerten Ablauf. Prüfschritte laufen per E-Mail, Zuständigkeiten bleiben unklar, Versionen liegen parallel vor und Freigaben sind später nur schwer nachvollziehbar.
Eine Vertragsprüfungs-Checkliste schafft dafür eine verbindliche Grundlage. Sie legt fest, welche Vertragsinhalte geprüft werden, welche Rolle verantwortlich ist und welche Entscheidung dokumentiert werden muss. Dadurch sinkt das Risiko, dass kritische Klauseln, Fristen, Haftungsfragen oder Datenschutzanforderungen übersehen werden.
Besonders wirksam wird die Checkliste, wenn sie direkt in einen digitalen Prüf- und Freigabeworkflow eingebettet ist. Dann werden Verträge nicht nur geprüft, sondern risikobasiert gesteuert, versioniert, freigegeben und revisionssicher abgelegt.
Wichtige Erkenntnisse
- Vertragsprüfung reduziert rechtliche, fachliche, finanzielle und operative Risiken vor der Unterzeichnung.
- Eine Checkliste macht Prüfpunkte, Verantwortlichkeiten und Freigaben verbindlich.
- Verzögerungen entstehen meist durch E-Mail-Abstimmungen, parallele Versionen und unklare Zuständigkeiten.
- Digitale Workflows steuern Prüfschritte risikobasiert und dokumentieren Entscheidungen nachvollziehbar.
- Auditfähigkeit entsteht, wenn finale Vertragsfassung, Prüfhistorie und Freigaben gemeinsam abgelegt werden.
Was ist Vertragsprüfung und warum scheitert sie in großen Organisationen so oft?
Vertragsprüfung ist die systematische Prüfung eines Vertragsentwurfs, bevor er unterschrieben wird. Sie stellt sicher, dass rechtliche, fachliche, finanzielle und operative Risiken erkannt, bewertet und freigegeben werden.
In großen Unternehmen ist die Vertragsprüfung ein zentraler Teil der Risikosteuerung. Trotzdem scheitert sie in der Praxis oft nicht an einzelnen Vertragsklauseln. Das eigentliche Problem liegt meist im Prozess: Verantwortlichkeiten sind unklar, Abteilungen arbeiten mit unterschiedlichen Versionen und Freigaben werden nicht einheitlich dokumentiert.
Was eine Vertragsprüfung wirklich bedeutet
Eine Vertragsprüfung bewertet, ob ein Vertrag fachlich passt, rechtlich tragfähig ist und internen sowie externen Vorgaben entspricht. Sie findet vor der Unterzeichnung statt und umfasst drei Kernaufgaben:
- relevante Vertragsinhalte prüfen
- Abweichungen von internen Richtlinien oder gesetzlichen Vorgaben erkennen
- Freigaben durch die zuständigen Rollen dokumentieren
Damit unterscheidet sich die Vertragsprüfung vom Vertragscontrolling. Die Vertragsprüfung bewertet einen konkreten Vertrag vor der Freigabe. Vertragscontrolling setzt über den gesamten Vertragslebenszyklus hinweg an und überwacht zum Beispiel Fristen, Verpflichtungen, Risiken und Leistungserfüllung. Wie das funktioniert, zeigen wir in unserem Beitrag zum Vertragscontrolling.
Warum Vertragsprüfungen in großen Unternehmen scheitern
Je größer ein Unternehmen ist, desto komplexer wird die Vertragsprüfung. Es gibt mehr Verträge, mehr Standorte, mehr Fachbereiche und mehr Prüfrollen. Legal, Einkauf, Finance, Datenschutz, IT-Sicherheit und Compliance müssen oft denselben Vertrag bewerten.
Ohne klaren Ablauf entstehen dadurch Medienbrüche und Wartezeiten. Abteilungen prüfen nacheinander statt parallel. Kommentare liegen in E-Mails. Versionen weichen voneinander ab. Freigaben sind später schwer nachvollziehbar.
Das Ergebnis sind längere Durchlaufzeiten, höhere Risiken und ein Freigabeprozess, der im Audit nicht zuverlässig belegbar ist. Eine standardisierte Checkliste und ein digitaler Workflow helfen, diese Komplexität zu steuern.
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Lire maintenantWie läuft eine Vertragsprüfung ab?
Ein Vertragsfreigabeworkflow funktioniert nur, wenn Rollen, Reihenfolge und Fristen klar definiert sind. Ohne Struktur prüfen Abteilungen denselben Vertrag nacheinander, arbeiten mit unterschiedlichen Versionen oder geben widersprüchliche Rückmeldungen.
Die Reihenfolge ist entscheidend. Der Fachbereich sollte zuerst prüfen, ob Leistungsumfang, SLAs und operative Anforderungen stimmen. Erst danach können Legal, Datenschutz, IT-Sicherheit und Compliance gezielt bewerten, welche Risiken aus dem konkreten Vertragsinhalt entstehen.
Die vier Phasen des Vertragsprüfungsprozesses
Phase 1: Eingang und Triage
Der Vertrag geht als externer Entwurf oder intern erstelltes Dokument ein. Das Vertragsmanagement prüft, ob alle Unterlagen vollständig sind, klassifiziert den Vertrag nach Typ und Risikoklasse und startet den passenden Prüfworkflow.
Phase 2: Fachliche Erstprüfung
Der Fachbereich prüft Leistungsumfang, SLAs, Abnahmekriterien und operative Anforderungen. Diese Prüfung legt den inhaltlichen Rahmen für alle weiteren Prüfungen fest.
Phase 3: Spezialisierte Parallelprüfung
Legal, Datenschutz, IT-Sicherheit und Compliance prüfen parallel, wenn ihre Zuständigkeit betroffen ist. Klare Auslösekriterien entscheiden, wer eingebunden wird. Nicht jeder Vertrag braucht eine vollständige Datenschutzprüfung. Ein Vertrag mit Auftragsverarbeitung benötigt sie jedoch immer.
Phase 4: Freigabe und Ablage
Nach Abschluss der Prüfung erteilen die zuständigen Rollen ihre Freigabe. Jede Entscheidung wird mit Vertragsversion, Rolle, Zeitstempel und Prüfnachweis dokumentiert. Erst danach wird der Vertrag unterschrieben.
Die finale Version wird zentral, versioniert und revisionssicher abgelegt. So bleibt später nachvollziehbar, wer welche Fassung geprüft und freigegeben hat.
Ein digitales Vertragsprüfungssystem unterstützt diesen Ablauf, indem es Verträge automatisch klassifiziert, risikobasierte Prüfschritte startet, Freigaben dokumentiert und die finale Version revisionssicher ablegt.
Fristen und Eskalationen im Prüfprozess
Fristen sind ein zentrales Element im Vertragsprüfungsworkflow. Jede Prüfrolle erhält eine klare Bearbeitungsfrist. Wird diese Frist ohne Rückmeldung überschritten, löst das System automatisch eine Erinnerung oder Eskalation aus.
So werden stille Blockaden sichtbar, bevor sie den gesamten Freigabeprozess verzögern. Das verkürzt Durchlaufzeiten und erhöht die Verlässlichkeit der Vertragsprüfung.
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Vertragsprüfung-Checkliste: Welche Punkte müssen geprüft werden?
Eine gute Vertragsprüfung-Checkliste macht Risiken sichtbar, bevor ein Vertrag freigegeben wird. Sie zeigt, welche Inhalte geprüft werden müssen, wer verantwortlich ist und welcher Nachweis für die Freigabe erforderlich ist.
Die folgende Checkliste eignet sich als Grundlage für Lieferantenverträge, Dienstleistungsverträge, Lizenzverträge, Rahmenverträge und Kooperationsvereinbarungen. Sie deckt die wichtigsten Prüfbereiche ab: Leistung, Preis, Laufzeit, Haftung, Vertraulichkeit, Datenschutz, rechtlicher Rahmen und operative Steuerung.
Bereich 1: Vertragsgegenstand und Leistung
Prüfen Sie:
- Ist die Leistungsbeschreibung präzise, vollständig und mit dem tatsächlichen Auftrag abgestimmt?
- Ist der Scope eindeutig abgegrenzt?
- Sind Zusatzleistungen ausgeschlossen oder klar geregelt?
- Sind Abnahmekriterien und Qualitätsstandards konkret definiert?
Nachweis: Leistungsbeschreibung, Vertragsanhang, Abnahmeregelung
Bereich 2: Preis, Entgelt und Zahlungsbedingungen
Prüfen Sie:
- Ist das Preismodell eindeutig geregelt, zum Beispiel Festpreis, Time & Material oder Hybridmodell?
- Sind Preisänderungsklauseln geprüft und akzeptabel?
- Sind Zahlungsfristen, Fälligkeit, Skonto und Verzugszinsen klar geregelt?
- Ist die Budgetdeckung intern freigegeben?
Nachweis: Angebot, Preisblatt, Zahlungsplan, Budgetfreigabe
Bereich 3: Laufzeit, Verlängerung und Kündigung
Prüfen Sie:
- Sind Mindestlaufzeit und Starttermin eindeutig genannt?
- Gibt es automatische Verlängerungsklauseln?
- Sind ordentliche und außerordentliche Kündigungsfristen akzeptabel?
- Sind Exit- und Übergaberegelungen enthalten?
Nachweis: Laufzeitklausel, Kündigungsklausel, Exit-Anlage
Bereich 4: Haftung, Gewährleistung und Vertragsstrafen
Prüfen Sie:
- Ist ein Haftungsdeckel definiert und verhältnismäßig?
- Sind Haftungsausschlüsse, insbesondere für indirekte Schäden, geprüft?
- Sind Pönalen und Vertragsstrafen kalkuliert?
- Liegt für kritische Haftungsrisiken eine Freigabe vor?
Nachweis: Haftungsklausel, Gewährleistungsklausel, Risikofreigabe
Bereich 5: Vertraulichkeit und Schutzrechte
Prüfen Sie:
- Sind Geheimhaltungspflichten für alle relevanten Parteien geregelt?
- Sind IP-Rechte und Nutzungsrechte eindeutig zugewiesen?
- Sind Veröffentlichungsrechte, zum Beispiel für Referenzen, geprüft?
- Sind Vertraulichkeitsanforderungen mit internen Richtlinien abgestimmt?
Nachweis: NDA, Vertraulichkeitsklausel, IP-Regelung
Bereich 6: Datenschutz und Informationssicherheit
Prüfen Sie:
- Werden personenbezogene Daten verarbeitet?
- Ist ein Auftragsverarbeitungsvertrag, AVV oder DPA, vorhanden und korrekt?
- Sind Subdienstleister gelistet und genehmigt?
- Sind technische und organisatorische Maßnahmen dokumentiert?
- Sind Zugriffsrechte, Löschfristen und Sicherheitsanforderungen geregelt?
Nachweis: AVV/DPA, TOMs, Security-Anlage, Datenschutzfreigabe
Bereich 7: Rechtlicher Rahmen und Streitbeilegung
Prüfen Sie:
- Ist das anwendbare Recht eindeutig bestimmt?
- Ist der Gerichtsstand oder die Schiedsklausel akzeptabel?
- Ist die Rangfolge der Vertragsdokumente festgelegt?
- Sind besondere regulatorische Anforderungen berücksichtigt?
Nachweis: Rechtswahlklausel, Gerichtsstandklausel, Dokumentenrangfolge
Bereich 8: Operative Steuerung, SLAs und Änderungen
Prüfen Sie:
- Sind SLAs messbar definiert?
- Gibt es klare Konsequenzen bei Unterschreitung der SLAs?
- Sind Service Credits geregelt?
- Ist der Change-Management-Prozess eindeutig beschrieben?
- Sind Governance-Struktur und Ansprechpartner benannt?
Nachweis: SLA-Anhang, Reporting-Regelung, Change-Prozess, Governance-Regelung
Übersicht nach Prüffeld, Risiko, Rolle und Nachweis
Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Prüffelder einer Vertragsprüfung. Für die operative Nutzung reicht meist eine kompakte Trennung: Erst werden die wirtschaftlichen und fachlichen Punkte geprüft, danach die rechtlichen, regulatorischen und sicherheitsrelevanten Risiken.
| Prüfbereich |
Verantwortliche Rolle |
Nachweis |
|
Vertragsgegenstand & Leistung |
Fachbereich |
Leistungsbeschreibung, Abnahmeregel |
|
Preis & Zahlungsbedingungen |
Einkauf/Finance |
Angebot, Zahlungsplan |
| Laufzeit & Kündigung | Vertragsmanagement |
Laufzeit-/Kündigungsklausel |
|
Haftung & Vertragsstrafen |
Legal |
Haftungsklausel, Risikofreigabe |
|
Vertraulichkeit & IP |
Legal |
NDA, IP-Regelung |
|
Datenschutz & IT-Sicherheit |
Datenschutzbeauftragter, IT |
DPA/AVV, TOMs |
|
Rechtlicher Rahmen |
Legal |
Rechtswahl-/Gerichtsstandklausel |
|
Operative Steuerung |
Fachbereich, Vertragsmanagement |
SLA-Anhang, Change-Prozess |
Typische Risiken, die eine Checkliste verhindern soll:
- Leistungsstreitigkeiten, wenn Scope, Deliverables oder Abnahmekriterien unklar bleiben.
- Kostenrisiken, wenn Preise, Preisanpassungen oder Zahlungsfristen nicht eindeutig geregelt sind.
- Lock-in-Effekte, wenn Laufzeiten, automatische Verlängerungen oder Kündigungsrechte übersehen werden.
- Haftungsrisiken, wenn Vertragsstrafen oder Haftungsdeckel nicht zur Risikoklasse passen.
- Compliance-Verstöße, wenn Datenschutz, IT-Sicherheit, AVV, TOMs oder Subdienstleister nicht geprüft werden.
- Nachweisprobleme, wenn finale Fassung, Kommentare und Freigaben nicht gemeinsam abgelegt werden.
Wer prüft Verträge im Unternehmen?
Eine Vertragsprüfung ist nur wirksam, wenn jede Rolle genau weiß, was sie prüfen muss und wann sie entscheiden darf. In großen Organisationen teilen sich oft mehrere Stellen die Verantwortung. Welche Abteilung eingebunden wird, hängt vom Vertragstyp, dem Vertragswert, der Risikoklasse und den betroffenen Daten oder Systemen ab.
Nicht jede Rolle muss jeden Vertrag prüfen. Ein standardisierter Workflow sollte deshalb automatisch festlegen, wer beteiligt wird, welche Prüfrechte bestehen und wann eine Eskalation erforderlich ist.
Hey Doxi, welche Prüfrollen im Vertragsmanagement gibt es?
Typische Rollen in der Vertragsprüfung
Die wichtigsten Prüfrollen sind:
- Vertragsmanagement: koordiniert den Prozess, klassifiziert eingehende Verträge, startet den passenden Workflow, überwacht Fristen und eskaliert bei Verzögerungen. Diese Rolle ist in der Regel immer beteiligt.
- Legal: prüft rechtliche Risiken wie Haftung, Gewährleistung, Vertragsstrafen, Streitbeilegung, Rechtswahl und Gerichtsstand. Bei internationalen Verträgen kommen länderspezifische Risiken und Exportkontrollfragen hinzu.
- Fachbereich: prüft Leistungsumfang, SLAs, operative Anforderungen und Abnahmekriterien. Seine Freigabe ist besonders wichtig, weil nur der Fachbereich beurteilen kann, ob der Vertrag zur operativen Realität passt.
- Einkauf und Finance: prüfen Preismodell, Zahlungsbedingungen, Preisänderungsklauseln, Budgetdeckung und wirtschaftliche Risiken. Bei Lieferantenverträgen und Rahmenverträgen übernehmen sie eine zentrale Prüffunktion.
- Datenschutzbeauftragter: wird eingebunden, sobald personenbezogene Daten verarbeitet, übertragen oder gespeichert werden. Er prüft unter anderem AVV/DPA, Subdienstleister, TOMs, Löschfristen und Zugriffsrechte.
- IT und Informationssicherheit: prüfen technische und sicherheitsrelevante Anforderungen wie Cloud-Nutzung, Schnittstellen, Zugriffskonzepte, Zertifizierungen und Security-Anlagen. Bei Software-, SaaS- und Cloud-Verträgen sollte diese Prüfung verpflichtend sein.
- Compliance und Revision: prüfen interne Richtlinien, regulatorische Anforderungen und die spätere Auditfähigkeit. In regulierten Branchen wie Banken, Versicherungen, Gesundheitswesen oder Energieversorgung sind sie häufig in alle relevanten Vertragsfreigaben eingebunden.
Eskalationsregeln als Sicherheitsnetz
Eskalationsregeln verhindern, dass kritische Verträge im Prüfprozess stecken bleiben oder ohne ausreichende Freigabe unterschrieben werden. Sie legen fest, wann eine Entscheidung an eine höhere Rolle weitergegeben wird.
Eine Eskalation ist zum Beispiel erforderlich, wenn ein Vertrag einen definierten Risikowert überschreitet, kritische Klauseln vom Standard abweichen oder eine Prüffrist ohne Rückmeldung abläuft. Auch Abwesenheiten sollten geregelt sein, damit der Freigabeprozess nicht von einzelnen Personen abhängt.
Typische Auslöser für Eskalationen sind:
- ungewöhnlich hohe Haftungsrisiken
- Vertragsstrafen oder Pönalen
- automatische Verlängerungen ohne klare Kündigungsoption
- Verarbeitung personenbezogener Daten ohne vollständigen AVV/DPA
- fehlende IT-Sicherheitsnachweise
- Abweichungen von Standardklauseln
- überschrittene Prüffristen
- fehlende Vertretung bei Abwesenheit
Diese Regeln gehören direkt in den Vertragsprüfungsworkflow. Sie sollten nicht von persönlichen Erinnerungen, E-Mails oder informellen Absprachen abhängen. So bleibt der Prozess auch bei komplexen Verträgen, Urlaub oder Rollenwechseln steuerbar.
Wie dokumentiert man eine Vertragsprüfung?
Eine Vertragsprüfung ist erst dann belastbar, wenn jede Entscheidung später nachvollzogen werden kann. Das ist besonders wichtig, wenn die Revision, ein Audit oder ein Vertragsstreit Monate später fragt: Wer hat welche Vertragsversion geprüft, welche Klausel freigegeben und welche Änderung angefordert?
Ohne lückenlose Dokumentation lässt sich diese Frage oft nicht mehr eindeutig beantworten. Deshalb müssen Prüfnachweise, Versionen, Kommentare und Freigaben direkt im Vertragsprozess erfasst werden.
Was ein vollständiger Prüfnachweis enthält
Ein vollständiger Prüfnachweis dokumentiert, wer welche Vertragsversion wann geprüft und mit welchem Ergebnis freigegeben hat.
Er sollte mindestens enthalten:
- geprüfte Vertragsversion mit Versionsnummer
- Datum der geprüften Fassung
- prüfende Rolle
- Name und Funktion der prüfenden Person
- Prüfdatum
- Entscheidung: freigegeben, abgelehnt oder mit Vorbehalt freigegeben
- Prüfkommentare und Änderungsanforderungen
- Genehmigungsentscheidungen und Eskalationen
- final freigegebene Vertragsversion
So entsteht eine belastbare Freigabehistorie, die auch später in Audits, Compliance-Prüfungen oder Vertragsstreitigkeiten nachvollziehbar bleibt.
Warum Versionierung Pflicht ist
Verträge werden selten in der ersten Fassung unterschrieben. Zwischen Erstentwurf und finaler Version entstehen oft mehrere Überarbeitungen. Ohne saubere Versionierung ist nicht klar, welche Änderungen vorgenommen wurden, wer sie angefordert hat und ob alle Anmerkungen umgesetzt wurden.
Eine vollständige Versionierung umfasst:
- eindeutige Versionsnummer
- Änderungsdatum
- Autor oder Bearbeiter der Änderung
- Beschreibung der vorgenommenen Änderung
- Bezug zur Änderungsanforderung oder zum Kommentar
- Status der jeweiligen Version
Damit bleibt jede Verhandlungsrunde nachvollziehbar. Gleichzeitig wird verhindert, dass veraltete Vertragsfassungen versehentlich geprüft oder unterschrieben werden.
Wie werden Verträge nach der Prüfung sicher abgelegt?
Freigegebene Verträge und Prüfnachweise müssen zentral, revisionssicher und mit klaren Zugriffsrechten abgelegt werden. Entscheidend ist nicht nur, dass der Vertrag gespeichert wird. Es muss auch nachvollziehbar sein, wer auf welche Vertragsakte zugreifen durfte und welche Änderungen vorgenommen wurden.
Wichtig sind:
- revisionssichere Ablage der finalen Vertragsversion
- Speicherung aller relevanten Prüfnachweise
- Zugriffsprotokolle
- Rollen- und Rechteprofile
- Schutz vor unberechtigtem Zugriff
- Einhaltung gesetzlicher und interner Aufbewahrungsfristen
So erfüllt die Vertragsprüfung nicht nur operative Anforderungen, sondern auch Compliance- und Audit-Anforderungen.
Wie Doxis bei der Vertragsprüfung unterstützt
Doxis verbindet Vertragsakte, Checkliste, Freigabeworkflow und revisionssichere Ablage in einem durchgängigen Prozess. So wird die Vertragsprüfung nicht über E-Mails, Dateikopien und manuelle Nachverfolgung gesteuert, sondern direkt im System.
Vertragsprüfung mit Doxis digitalisieren
Doxis unterstützt den Prüfprozess durch:
- Zentrale Vertragsakten: Verträge, Anhänge, Kommentare, Prüfnachweise und finale Versionen liegen an einem Ort.
- Versionierung: Alle Beteiligten prüfen dieselbe aktuelle Vertragsfassung statt paralleler Dateikopien.
- Automatisierte Workflows: Verträge werden je nach Vertragstyp, Risikoklasse, Wert oder Fachbereich an die passenden Rollen weitergeleitet.
- KI-gestützte Inhaltserkennung: Relevante Informationen wie Fristen, Beträge, Klauseln oder fehlende Angaben werden schneller sichtbar.
- Audit Trails: Entscheidungen, Kommentare, Änderungen und Freigaben bleiben mit Rolle und Zeitpunkt nachvollziehbar.
- Integrationen: Vertragsdaten können mit Systemen wie SAP, ERP, CRM oder Microsoft 365 verbunden werden.
Für Unternehmen mit hohen Compliance-Anforderungen ist diese Nachvollziehbarkeit entscheidend. Doxis unterstützt unter anderem Anforderungen rund um DSGVO, GoBD, HGB, MaRisk, ISO und SOC. Zusätzlich verweist Doxis auf Zertifizierungen wie IDW PS 880 und ISO-Standards.
Auch der messbare Nutzen ist belegt: In einer Forrester-TEI-Studie zu Doxis erzielte SEW Eurodrive unter anderem 336 Prozent ROI, 6,1 Millionen Euro Produktivitätsgewinne durch Prozessautomatisierung und 9,6 Millionen Euro Produktivitätsgewinne durch effizienteres Dokumentenmanagement und bessere Zusammenarbeit.
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Dieser Artikel dient der Prozess- und Compliance-Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung. Vertragsklauseln sollten durch qualifizierte Rechtsberatung geprüft werden.
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Häufige Fragen zur Vertragsprüfung
Bärbel Heuser-Roth
Bärbel Heuser-Roth beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Informationslogistik, Prozessmanagement und Compliance-Themen sowie den Einsatzmöglichkeiten intelligenter Verfahren zur automatisierten Erschließung von Informationen. Dazu gehören auch die Untersuchung und Dokumentation verschiedenster Enterprise Content Management-Projekte in Unternehmen und Organisationen.
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