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Redlining Vertrag: Wie Sie Vertragsverhandlungen sicher und nachvollziehbar steuern
Redlining bei Verträgen ist kein reines Markieren von Änderungen. Es ist ein kontrollierter Verhandlungsprozess, in dem Versionen, Entscheidungen, Verantwortlichkeiten und Nachweise nachvollziehbar dokumentiert werden.
Das Wichtigste in Kürze
- Redlining macht Vertragsänderungen transparent und prüfbar.
- Kritische Klauseln wie Haftung, Datenschutz und Laufzeit brauchen klare Eskalationsregeln.
- Jede Entscheidung sollte mit Begründung, verantwortlicher Person und Zeitstempel dokumentiert werden.
- Eine strukturierte Ablage verhindert Versionschaos und stärkt die Nachweisfähigkeit im Audit oder Streitfall.
Ein Vertrag geht zur Gegenpartei und kommt mit 23 Änderungen zurück: drei betreffen die Haftungsklausel, eine die Laufzeit. Eine Abteilung leitet die neue Version per E-Mail weiter, während eine andere noch mit der alten Vertragsversion arbeitet.
Dieses Szenario ist in großen Unternehmen kein Ausnahmefall. Viele betrachten Redlining bei Verträgen als rein technischen Vorgang, bei dem Änderungen markiert und Kommentare eingefügt werden. Tatsächlich hat Redlining rechtliche, organisatorische und strategische Konsequenzen. Wenn Unternehmen diesen Prozess nicht strukturiert steuern, riskieren sie Verzögerungen, inhaltliche Fehler, Compliance-Lücken und fehlende Nachweise im Streitfall.
Was ist Redlining?
Redlining bei Verträgen bezeichnet die systematische Markierung, Prüfung und Verhandlung von Änderungen in einem Vertragsentwurf. Ergänzungen, Streichungen und Kommentare werden sichtbar gemacht, damit beide Parteien erkennen, welche Klauseln angepasst wurden und welche Punkte noch offen sind.
Im Vertragsprozess reicht es jedoch nicht, Änderungen nur optisch hervorzuheben. Unternehmen müssen Vertragsversionen vergleichen, kritische Klauseln bewerten und Entscheidungen nachvollziehbar dokumentieren. So wird aus Redlining ein kontrollierter Abstimmungsprozess, der den Weg vom ersten Änderungsentwurf bis zur finalen Vertragsversion transparent macht.
Warum Redlining in großen Unternehmen komplexer ist
In kleinen Organisationen einigen sich zwei Personen per Telefon und tauschen eine überarbeitete Version aus. In Unternehmen ab 500 Mitarbeitenden ist das nicht möglich. Dort prüfen meist mehrere Abteilungen parallel, darunter Legal, Compliance, Fachabteilungen, Einkauf und IT. Damit kursieren verschiedene Versionen eines Vertrags gleichzeitig.
Das Risiko liegt jedoch nicht nur im Versionschaos. Es liegt auch in den stillen Änderungen: Formulierungen, die zwischen zwei Iterationen verändert wurden, ohne dass explizit dafür Zustimmung erteilt wurde. Dadurch können Klauseln unterschiedlich interpretiert werden, was das Risiko von Missverständnissen, Compliance-Verstößen oder späteren Vertragsstreitigkeiten erhöht.
Ein Vertragsmanagementsystem kann diese Risiken reduzieren, wenn es Vertragsstände, Zuständigkeiten, Freigaben und Nachweise zentral zusammenführt. Doxis setzt genau hier an: Vertragsversionen, Kommentare, Workflows und revisionssichere Ablage werden in einem kontrollierten Prozess verbunden. Die folgenden Pain Points zeigen, wo Redlining in der Praxis häufig scheitert und welche organisatorischen oder technischen Maßnahmen helfen.
Redlining kontrolliert steuern. Verträge sicher freigeben.
Verbinden Sie Vertragsversionen, Kommentare, Freigaben und Nachweise in einem strukturierten Vertragsprozess mit Doxis.
5 typische Probleme bei Vertragsänderungen und wie Sie diese vermeiden
Redlining wird riskant, wenn Änderungen nicht zentral gesteuert werden. In großen Unternehmen entstehen die größten Probleme selten durch einzelne Kommentare im Dokument, sondern durch unklare Versionen, fehlende Zuständigkeiten und nicht dokumentierte Entscheidungen.
1. Teams arbeiten mit unterschiedlichen Vertragsversionen
Ein typisches Beispiel: Legal prüft Version 4, während der Einkauf bereits mit Version 5 arbeitet. Dadurch können abweichende Klauseln übersehen oder auf Basis eines veralteten Vertragsstands bewertet werden.
Ein führender Vertragsstand mit klarer Versionshistorie verhindert, dass Teams parallel auf unterschiedlichen Grundlagen arbeiten. Jede neue Bearbeitung baut dann auf dem geprüften Vertragsstand auf, statt eine weitere Datei in Umlauf zu bringen.
2. Entscheidungen verschwinden in E-Mail-Ketten
Änderungen der Gegenpartei werden oft per E-Mail weitergeleitet. Entscheidungen, Kommentare und Anhänge verteilen sich dann über verschiedene Postfächer und sind später schwer auffindbar.
Ein zentraler Vertragsworkflow ersetzt unübersichtliche Mailketten durch klare Aufgaben, Zuständigkeiten und Bearbeitungsschritte. Beteiligte sehen, welche Änderung geprüft werden muss, wer verantwortlich ist und welcher Status aktuell gilt.
3. Kritische Klauseln werden nicht eskaliert
Haftung, Datenschutz, Laufzeit oder Zahlungsbedingungen dürfen nicht wie redaktionelle Änderungen behandelt werden. Werden solche Klauseln ohne definierte Eskalation geprüft, entstehen rechtliche, finanzielle oder operative Risiken.
Klare Regeln legen fest, welche Änderungen an Legal, Compliance, Finance oder Management gehen. Rollenbasierte Freigaben sorgen dafür, dass kritische Klauseln nicht informell neben dem eigentlichen Vertragsprozess entschieden werden.
4. Kommentare gehen vor der finalen Version verloren
Vor der finalen Vertragsversion werden Kommentare oft gelöscht. Damit verschwinden auch Begründungen für akzeptierte oder abgelehnte Änderungen.
Kommentare und Entscheidungsgründe sollten deshalb separat als Nachweis gesichert werden, bevor die finale Version bereinigt wird. So bleibt nachvollziehbar, warum eine Klausel übernommen, angepasst oder abgelehnt wurde.
5. Informelle Freigaben sind später nicht belastbar
Freigaben per Zuruf, Telefon oder E-Mail sind im Tagesgeschäft schnell, aber im Audit oder Streitfall schwer nachweisbar. Dann bleibt unklar, wer welche Entscheidung getroffen hat und auf welcher Grundlage.
Jede Freigabe sollte deshalb mit verantwortlicher Person, Zeitpunkt und Begründung dokumentiert werden. Ein lückenloser Audit Trail verbindet den ersten Redline-Stand, die internen Prüfungen und die finale Freigabe zu einer belastbaren Entscheidungshistorie.
Fazit: Redlining braucht Prozesskontrolle
So wird Redlining von einer reinen Dokumentbearbeitung zu einem kontrollierten Vertragsprozess. Änderungen, Entscheidungen und Nachweise bleiben nachvollziehbar, während Risiken durch Versionschaos, fehlende Freigaben und verstreute Kommunikation sinken.
Der Redlining-Prozess vom Änderungsentwurf zur finalen Vertragsversion
Hey Doxi, welche Schritte durchläuft ein Vertrag, bevor er freigegeben wird?
Die folgenden Schritte zeigen, wie aus einem ersten Vertragsentwurf über mehrere Verhandlungs- und Prüfungsrunden hinweg eine abgestimmte und freigegebene finale Vertragsversion entsteht.
Schritt 1: Ausgangsdokument und erste Übermittlung
Der Redlining-Prozess beginnt mit einem Ausgangsdokument. Eine Partei erstellt den Vertragsentwurf und übergibt ihn an die Gegenpartei. Schon ab diesem Schritt braucht jede Version eine eindeutige Bezeichnung mit Versionsnummer, Datum und Bearbeitungsstand.
Schritt 2: Redlines der Gegenpartei aufnehmen und strukturieren
Die Gegenpartei markiert ihre Änderungen im Dokument und gibt es zurück. Dieser Stand enthält Streichungen, Ergänzungen und Anmerkungen. Ihre Aufgabe ist es jetzt, diese Änderungen zu strukturieren und zu bewerten. Eine unstrukturierte Sichtung führt zu übersehenen Risiken.
Schritt 3: Interne Abstimmung und Vertragsversionen vergleichen
Nach der ersten Redline-Runde prüfen Legal, Finance und Fachbereich den geänderten Vertragsstand. Wichtig ist nicht nur, was geändert wurde, sondern welches Risiko daraus entsteht. Jede Entscheidung wird dem geprüften Vertragsstand zugeordnet, damit Annahme, Ablehnung oder Gegenangebot nachvollziehbar bleiben.
Schritt 4: Antwort und Gegenangebot
Nach der internen Prüfung kommt die Antwort an die Gegenpartei. Akzeptierte Änderungen werden übernommen, abgelehnte werden begründet zurückgewiesen, bei strittigen Punkten folgt ein Gegenangebot. Dieser Schritt wiederholt sich in mehreren Runden, bis beide Parteien eine konsentierte Version vorliegen haben.
Schritt 5: Finale Bereinigung und Freigabe
Im letzten Schritt werden alle akzeptierten Änderungen in die finale Version übernommen und alle Markierungen und Kommentare entfernt. Das Dokument geht in den formellen Freigabeprozess.
Checkliste für sichere Vertragsverhandlungen
Ein strukturierter Redlining-Prozess braucht klare Regeln, bevor die erste Vertragsversion an die Gegenpartei geht. Die folgende Checkliste hilft dabei, Versionschaos, unklare Zuständigkeiten und fehlende Nachweise zu vermeiden.
Prüfen Sie vor und während jeder Redlining-Runde:
- Gibt es einen führenden Vertragsstand?
- Sind Version, Datum und Bearbeitungsstatus eindeutig benannt?
- Sind kritische Klauseln wie Haftung, Datenschutz, Laufzeit und Zahlungsbedingungen definiert?
- Gibt es Eskalationsregeln für Legal, Compliance, Finance und Fachbereiche?
- Wird jede Entscheidung mit Begründung, verantwortlicher Person und Zeitstempel dokumentiert?
- Sind Kommentare und Redlines vor der finalen Bereinigung separat gesichert?
- Ist die finale Vertragsversion revisionssicher abgelegt?
Diese Checkliste macht Redlining nicht nur transparenter, sondern auch auditfester. Sie stellt sicher, dass Teams Änderungen nicht isoliert im Dokument prüfen, sondern als Teil eines kontrollierten Vertragsprozesses steuern.
7 Typische Fehler im Redlining
Viele Redlining-Prozesse scheitern nicht an der Änderungsverfolgung im Dokument, sondern an fehlender Steuerung rund um das Dokument. Besonders häufig entstehen Risiken, wenn Versionen, Entscheidungen und Freigaben nicht zentral dokumentiert werden.
Typische Fehler im Redlining sind:
- Parallele Vertragsversionen werden per E-Mail verschickt.
- Änderungen werden akzeptiert, ohne die Begründung zu dokumentieren.
- Kommentare werden vor der finalen Version gelöscht, ohne sie separat zu sichern.
- Kritische Klauseln werden nicht an Legal, Compliance oder Finance eskaliert.
- Zuständigkeiten und Fristen sind nicht klar definiert.
- Freigaben erfolgen mündlich oder informell.
- Die finale Vertragsversion wird abgelegt, ohne den Verhandlungsverlauf nachvollziehbar zu sichern.
Diese Fehler führen dazu, dass Unternehmen im Audit oder Streitfall nicht mehr belegen können, wer welche Änderung geprüft, akzeptiert oder abgelehnt hat. Ein strukturierter Redlining-Prozess verhindert genau diese Lücken: Er verbindet Vertragsversionen, Kommentare, Entscheidungen und Freigaben zu einem nachvollziehbaren Verlauf.
Redlining mit KI und Automatisierung
KI kann Redlining-Prozesse beschleunigen, indem sie geänderte Klauseln erkennt, Risiken kategorisiert und zuständige Rollen vorschlägt. So lassen sich zum Beispiel Änderungen an Haftung, Laufzeit, Datenschutz oder Zahlungsbedingungen schneller identifizieren und an die richtige Stelle weiterleiten.
Die Entscheidung bleibt jedoch bei den verantwortlichen Personen (Human-in-the-Loop). Legal bewertet rechtliche Risiken, Compliance prüft regulatorische Anforderungen, Finance bewertet finanzielle Auswirkungen und Fachbereiche prüfen operative Konsequenzen.
Ein digitales Vertragsmanagement verbindet diese KI-gestützte Vorprüfung mit kontrollierten Workflows. Dadurch entstehen schnellere Prüfprozesse, klare Verantwortlichkeiten und eine nachvollziehbare Dokumentation jeder Entscheidung. So kombiniert Redlining mit KI Geschwindigkeit mit kontrollierter Verantwortung.
Welche Änderungen sind kritisch? Priorisierung und Eskalation
Redlining umfasst oft Dutzende von Änderungen in einem einzigen Vertragsdurchlauf. Nicht jede Änderung hat dieselben rechtlichen, finanziellen oder operativen Auswirkungen. Teams müssen schnell erkennen können, welche Anpassungen lediglich redaktioneller Natur sind und welche eine fachliche Prüfung oder Eskalation erfordern. Daher sind Priorisierungen für einen reibungslosen Workflow zentral.
Hochkritische Vertragsklauseln im Überblick
Die folgenden Klauseln erfordern immer eine Eskalation und eine dokumentierte Entscheidung:
- Haftung und Haftungsobergrenzen: Veränderungen hier beeinflussen das finanzielle Risiko direkt.
- Laufzeit und Kündigungsfristen: Verlängerungen oder veränderte Ausstiegsoptionen binden das Unternehmen langfristig.
- Datenschutz und Datensicherheit: Regulatorische Anforderungen wie die DSGVO erfordern spezifische Vertragsklauseln.
- Gerichtsstand und anwendbares Recht: Veränderungen hier bestimmen, wo und nach welchem Recht Streitigkeiten ausgetragen werden.
- Geheimhaltung und IP-Rechte: Fehlerhafte Formulierungen gefährden geistiges Eigentum und Vertraulichkeit.
- Zahlungsbedingungen und Vertragsstrafen: Finanzielle Konditionen beeinflussen Liquidität und Planungssicherheit.
Um kritische Änderungen nicht nur zu erkennen, sondern auch einheitlich zu bewerten, hilft eine einfache Redlining-Matrix.
Beispiel: Redlining-Matrix zur Bewertung von Vertragsänderungen
Nicht jede Änderung in einem Vertrag hat dasselbe Risiko. Redaktionelle Anpassungen können oft direkt akzeptiert werden. Änderungen an Haftung, Laufzeit, Datenschutz oder Zahlungsbedingungen brauchen dagegen eine fachliche Prüfung und eine dokumentierte Entscheidung.
Eine Redlining-Matrix hilft Teams dabei, Vertragsänderungen schnell einzuordnen, Verantwortlichkeiten festzulegen und Nachweise strukturiert zu sichern.
| Änderung | Risiko | Zuständig | Entscheidung | Nachweis |
|
Haftungsobergrenze von 100.000 € auf unbegrenzt geändert |
Hoch |
Legal + CFO |
Ablehnen oder Gegenangebot formulieren |
Begründung, Vertragsversion, Freigabe |
|
Zahlungsziel von 30 auf 60 Tage geändert |
Mittel | Finance |
Prüfen und wirtschaftliche Auswirkungen bewerten |
Kommentar, Entscheidung, ggf. Freigabe |
|
Datenschutzklausel zur Auftragsverarbeitung angepasst |
Hoch |
Datenschutz + Legal |
Prüfen und ggf. eskalieren |
Begründung, Prüfvermerk, Freigabe |
|
Laufzeit von 12 auf 36 Monate verlängert |
Hoch |
Fachbereich + Legal |
Gegenangebot oder Management-Freigabe |
Entscheidung, Begründung, Version |
|
Rechtschreibkorrektur ohne inhaltliche Änderung |
Niedrig | Vertragsowner | Akzeptieren | Versionshistorie |
Diese Matrix ersetzt keine rechtliche Prüfung. Sie schafft jedoch eine gemeinsame Grundlage, damit Legal, Compliance, Finance und Fachbereiche Änderungen einheitlich bewerten und nachvollziehbar dokumentieren.
Eskalationsregeln im Voraus definieren
Effektives Redlining setzt Eskalationsregeln voraus, die vor der Verhandlung festgelegt werden. So gehen Änderungen an Haftungsklauseln immer zur Rechtsabteilung und datenschutzrelevante Punkte landen beim Datenschutzbeauftragten. Diese Regeln verhindern, dass kritische Punkte im Tagesgeschäft untergehen.
Entscheidungen dokumentieren: Akzeptieren, Ablehnen, Gegenangebot
Wenn im Streitfall unklar ist, warum eine Klausel akzeptiert oder abgelehnt wurde, fehlt der Nachweis für eine Änderung im Vertrag. Daher müssen Vertragsverhandlungen stets dokumentiert werden. Entscheidung, Begründung und Nachweis gehören dabei zusammen.
Entscheidungsstruktur im Redlining-Prozess
Die folgende Tabelle zeigt die drei grundlegenden Entscheidungstypen im Redlining-Vertrag:
| Entscheidungstyp | Beschreibung | Dokumentation |
| Akzeptieren |
Die Änderung der Gegenpartei wird vollständig übernommen. |
Datum, zuständige Person, ggf. kurze Begründung |
| Ablehnen |
Die Änderung wird zurückgewiesen, die ursprüngliche Formulierung bleibt bestehen. |
Datum, zuständige Person, Begründung (rechtlich, operativ, strategisch) |
| Gegenangebot |
Eine eigene Alternativformulierung wird vorgeschlagen. |
Datum, zuständige Person, Begründung für die Abweichung, Verweis auf das Gegenangebot |
Warum Begründungen wichtiger sind als das Ergebnis
Das Ergebnis einer Entscheidung ist leicht zu erfassen. Die Begründung ist das, was im Streitfall, bei Audits oder bei der Übergabe an neue Verantwortliche zählt. Dadurch bleiben Entscheidungen nachvollziehbar, auch wenn die handelnden Personen später nicht mehr im Unternehmen sind.
Vom Redline-Stand zur Vertragsfreigabe
Nach mehreren Verhandlungsrunden liegt schließlich ein konsentierter Vertragsstand vor. An diesem Punkt entstehen jedoch häufig Brüche im Prozessablauf, wenn die Übergabe in die Freigabe informell erfolgt. Eine Abstimmung per E-Mail oder mündlich ist weder nachvollziehbar dokumentiert noch zentral gesteuert.
Strukturierte Übergabe statt Mailkette
Eine strukturierte Übergabe in den Freigabeprozess erfordert klare Angaben zum Verhandlungsstand, zu akzeptierten und abgelehnten Punkten sowie zu offenen internen Freigaben und dem finalen Entscheider. Diese Informationen bilden die Grundlage für eine kontrollierte Freigabe nach Verhandlung.
Freigabe nach Verhandlung: Wer entscheidet was
Die Freigabe ist keine rein formale Unterschrift. Sie ist eine inhaltliche Bestätigung, dass der vorliegende Vertragsstand dem Willen aller beteiligten Parteien entspricht. Verantwortlichkeiten in diesem Schritt sind klar über eine Freigabematrix zu definieren. So gibt Legal die rechtliche Unbedenklichkeit frei, Compliance bestätigt die regulatorische Konformität und die zuständige Führungskraft oder der Bereichsleiter erteilt die finale Freigabe.
Nachweise und sichere Ablage: So bleibt alles nachvollziehbar
Vertragsverhandlungen in einer revisionssicheren Ablage zu dokumentieren ist zentral. So haben Sie jederzeit einen nachvollziehbaren Nachweis über alle Änderungen.
Änderungen im Vertrag nachverfolgen, auch über das Dokument hinaus
Änderungen im Vertrag nachverfolgen bedeutet mehr als nur Track Changes im Dokument. Es umfasst den gesamten Verhandlungsverlauf und die lückenlose Sicherung aller relevanten Stände, Versionen und Entscheidungen über den gesamten Prozess hinweg. In Unternehmen ohne strukturierte Ablage sind diese Informationen häufig über E-Mails, Dateiordner und Gesprächsnotizen verteilt.
Kommentare im Vertrag nachverfolgen und sichern
Kommentare im Arbeitsdokument sind wertvoll für die Verhandlung, gehen jedoch beim Bereinigen der finalen Version verloren. Eine saubere Ablage sichert diese Anmerkungen separat, als Teil des Verhandlungsnachweises, nicht als Bestandteil des unterzeichneten Vertrags.
Was eine sichere Ablage leisten muss
Eine revisionssichere Ablage für Redlining-Prozesse erfüllt folgende vier Anforderungen:
- Eindeutige Versionierung: Jeder Stand ist datiert, benannt und unveränderlich gespeichert.
- Vollständiger Audit Trail: Versionen, Empfänger und getroffene Entscheidungen werden im gesamten Prozess dokumentiert.
- Zugriffsschutz: Nur autorisierte Personen greifen auf den Verhandlungsstand des Vertrags zu.
- Wiederauffindbarkeit: Im Streitfall oder Audit lässt sich jede Entscheidung innerhalb von Minuten nachvollziehen.
Redlining bei Verträgen mit Doxis dokumentieren
Vertragsmanagement-Software unterstützt Redlining, indem sie Vertragsversionen, Kommentare, Freigaben und Nachweise in einem zentralen Prozess verbindet. Doxis bündelt diese Informationen in einer digitalen Vertragsakte und verknüpft sie mit Workflows für Prüfung, Entscheidung und Freigabe. Dadurch bleibt nachvollziehbar, welcher Vertragsstand geprüft wurde, welche Änderungen akzeptiert oder abgelehnt wurden und welche Nachweise zur finalen Vertragsversion gehören.
So unterstützt Doxis den Redlining-Prozess:
- Zentraler Vertragsstand: Alle Änderungen laufen in einer digitalen Vertragsakte zusammen. Das verhindert widersprüchliche Versionen und reduziert Abstimmungen per E-Mail.
- Nachvollziehbare Änderungshistorie: Frühere Vertragsstände, Kommentare und Bearbeitungsschritte bleiben dokumentiert. So ist erkennbar, wer welche Klausel geändert, geprüft oder freigegeben hat.
- Gesteuerte Freigaben: Legal, Einkauf, Fachbereich oder Geschäftsführung erhalten ihre Aufgaben über Workflows. Kritische Klauseln wie Haftung, Laufzeit, Preise oder Datenschutz werden strukturiert geprüft.
- Revisionssichere Archivierung: Nachweise zum Redlining werden auditfähig abgelegt. Doxis ist unter anderem nach IDW PS 880 zertifiziert und unterstützt GoBD-konforme elektronische Archivierung.
Der praktische Effekt zeigt sich in der Zusammenarbeit: In einer Forrester-Analyse zu Doxis verkürzte sich die durchschnittliche Dauer der gemeinsamen Dokumenterstellung von 20 auf 9,5 Tage. Gleichzeitig macht die transparente Bearbeitungshistorie nachvollziehbar, wer welche Änderung an einer Version vorgenommen hat. Das reduziert Prüfaufwand und stärkt die Compliance.
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Dieser Artikel beschreibt organisatorische und prozessuale Anforderungen an Redlining bei Verträgen. Er ersetzt keine rechtliche Beratung zu konkreten Vertragsklauseln oder Einzelfällen.
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Häufige Fragen zu Redlining bei Verträgen
Bärbel Heuser-Roth
Bärbel Heuser-Roth beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Informationslogistik, Prozessmanagement und Compliance-Themen sowie den Einsatzmöglichkeiten intelligenter Verfahren zur automatisierten Erschließung von Informationen. Dazu gehören auch die Untersuchung und Dokumentation verschiedenster Enterprise Content Management-Projekte in Unternehmen und Organisationen.
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