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HR-Technologie-Stacks wachsen, doch es mangelt an Integration

| Marc Volquardsen

Die HR-Technologielandschaft ist mit unterschiedlichsten Enterprise-Systemen komplexer denn je. In einem typischen großen Unternehmen kommen sechs bis zehn verschiedene HR-Technologieplattformen zum Einsatz – HRIS, ATS, LMS, Tools für das Performance-Management, Personalanalysen, Sozialleistungen, die Gehaltsabrechnung und das Mitarbeitererlebnis. Sie alle sollen reibungslos miteinander funktionieren und ein optimales HR-Betriebsmodell bilden.

In der Praxis verwenden die meisten HRIS-Teams mehr Zeit darauf, die Lücken zwischen diesen Systemen zu überbrücken als die Systeme an sich zu verwalten.

Mehr Technologien, aber keine bessere Integration

Die Investitionen in HR-Technologie nehmen stark zu. Laut Daten aus dem Gartner-Bericht „2025 CHRO Budget Benchmarks“ ist HR-Technologie für HR-Verantwortliche die Investitionspriorität Nummer zwei: 34 % planen hier Budgeterhöhungen. Priorität Nummer drei ist die Talentanalyse mit 28 %, was auf einen stärkeren Trend hin zu datengestützten HR-Prozessen hindeutet.

Doch mit Investitionen in mehr Technologie geht nicht unbedingt mehr Integration einher. Und in den meisten HR-Technologie-Umgebungen ist mangelnde Integration die Schwachstelle.

Für einzelne Probleme werden neue Tools ergänzt. Jedes Tool hat ein eigenes Datenmodell, eine eigene API-Struktur, ein eigenes Personalaktenkonzept. Die Integration erfolgt in der Regel über einzelne direkte Verknüpfungen. So entsteht ein Netz an Verbindungen, das fehleranfällig, kostenintensiv und zunehmend schwer erweiterbar ist.

Auf der Dokumentenebene sieht die Lage noch schlechter aus. Die meisten Dokumentenmanagement-Lösungen wurden nie für die Integration in HR-Systeme entwickelt, sie waren für die Speicherung von Dokumenten gedacht. Wenn die Integrationslücke bei den Dokumenten liegt, dürfen diese nicht einzeln mit den verschiedenen Systemen verknüpft werden. Vielmehr ist eine Dokumentenmanagement-Architektur erforderlich, die das HR-Datenmodell versteht.

Die Integrationsschulden

Die strategische Planungsannahme aus dem Gartner-Bericht zu KI und Dokumentenmanagement von Januar 2026 ist eindeutig: Bis 2030 wird für 80 % der KI-Bereitstellungen von Unternehmen, die sich im Vorfeld von KI-Investitionen nicht ausreichend mit der Dokumenteninfrastruktur beschäftigen, von unerwarteten Budgetüberschreitungen ausgegangen. Für HRIS-Teams existiert die Dokumenten-Integrationslücke also nicht bloß auf dem Papier – sie ist tatsächlich ein aktives finanzielles Risiko, das auf der aktuellen Technologie-Roadmap aufläuft.
(Quelle: Gartner, Evaluating AI for Document Management, Januar 2026)

Für HRIS-Teams sind Integrationsschulden keine abstrakte Größe. Sie zeigen sich ganz konkret, etwa in folgenden Szenarien:

  • Systemdatensätze müssen manuell abgeglichen werden, wenn Daten nicht übereinstimmen.
  • HR-Mitarbeitende bitten das HRIS-Team um Zugriff auf Dokumente, die per Self-Service-Option verfügbar sein sollten.
  • Bei Audits werden Compliance-Mängel festgestellt, wenn Dokumente nicht systemseitig abrufbar sind.
  • KI- und Analyseprojekte geraten ins Stocken, weil die erforderlichen Daten in nichtvernetzten Systemen vorliegen.

Auf Dokumentenebene ist die Integration am schwierigsten

Unter all den Herausforderungen in Sachen Integration rund um den HR-Technologie-Stack ist die Dokumentenebene eine der größten. Das hängt mit der Natur von Dokumenten zusammen:

  • Unstrukturiert – anders als Datenfelder sind die Inhalte von Dokumenten nicht standardisiert oder ohne zusätzliche Verarbeitung maschinenlesbar.
  • Lebenszyklus-abhängig – die Relevanz sowie die Anforderungen an die Zugänglichkeit und Aufbewahrung von Dokumenten variieren je nach Status der betroffenen Beschäftigten.
  • Rechtsgebietsspezifisch – Aufbewahrungsregeln für HR-Dokumente unterscheiden sich je nach Land, Region und Branche, was die Komplexität für Unternehmen mit globalen oder standortübergreifenden Belegschaften erhöht.
  • Rechtserheblich – vielfach ist das Dokument (nicht der entsprechende Datensatz) der Rechtsbeweis für einen Arbeitsvertrag, eine Beschäftigungspflicht oder ein Compliance-Ereignis.

Allgemeine Dokumentenmanagement-Lösungen dienen der Speicherung. Sie befassen sich nicht mit HR-spezifischen Anforderungen rund um Lebenszyklus, Compliance und Integration – also den Aspekten, die das Dokumentenmanagement im Personalwesen besonders komplex machen.

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Die Kosten mangelhafter Integration

Die Betriebskosten einer mangelhaften Integration von HR-Technologien sind erheblich:

  • HRIS-Teams verbringen mehr Zeit mit der Verwaltung von Workarounds als mit der Umsetzung der HR-Technologie-Roadmap.
  • Personalverantwortliche verlieren das Vertrauen in das HRIS, wenn es dokumentenbezogene Anfragen nicht beantworten kann.
  • Compliance-Teams können sich in Sachen Auditnachweise nicht auf den HR-Technologie-Stack verlassen.
  • Ziele zur Produktivitätssteigerung – wie sie im Kontext von KI immer häufiger gesteckt werden – bleiben unerreichbar, wenn die zugrunde liegende Dateninfrastruktur fragmentiert ist.

Auch strategische Kosten fallen an: HRIS-Verantwortliche, die keine Belege für die Vorteile ihrer Technologie-Architektur in Sachen Compliance, Produktivität und KI-Reifegrad haben, können zunehmend schlechter argumentieren, warum sich Investitionen in die nächste Phase der HR-Technologie-Roadmap lohnen.

Der Strukturwandel der Architektur: Hub-and-Spoke-Dokumentenintegration

Erfolgreiche HRIS-Teams, die diese Herausforderung überwinden, führen eine Integration von Dokumenten nach dem sogenannten Hub-and-Spoke-Modell ein – dabei liegt eine genau auf den Anwendungsfall zugeschnittene Dokumentenmanagement-Ebene zwischen den Dokumentenspeichern und dem HRIS. Auf einzelne direkte Verknüpfungen zwischen je einem System und einem Dokumentenspeicher wird verzichtet.

Eine SAP SuccessFactors-Umgebung zeichnet sich dann durch Folgendes aus:

  • Eine Dokumentenmanagement-Plattform, die SuccessFactors-Datenereignisse nativ integriert
  • Von System-Workflows angestoßene Dokumentenerstellung, -verteilung und -archivierung – ohne manuelle HR-Vorgänge
  • Von der Dokumentenebene durchgesetzte Regeln zur Aufbewahrung und Löschung auf Grundlage von Beschäftigungsdaten
  • Self-Service-Optionen für den Dokumentenzugriff über das entsprechende SuccessFactors-Portal für Mitarbeitende

Das ist keine Insellösung. Vielmehr ist es die Festlegung auf eine bestimmte Architektur. Und von dieser Architektur profitiert der HR-Technologie-Stack in Sachen Produktivität, Compliance und KI-Reifegrad.

HRIS-Teams müssen mangelhafte Integration jetzt angehen

HR-Technologie-Stacks wachsen. Doch die Integration hält nicht Schritt. Und die Dokumentenebene – also jener Teil der HR-Technologie-Architektur, bei dem die Integration am schwierigsten ist – wird viel zu häufig zurückgestellt.

HRIS-Verantwortliche, die mit Produktivitätssteigerungen und Compliance-Verbesserungen überzeugen wollen, müssen die Dokumenten-Integrationslücke schließen. Nicht im Rahmen einer zukünftigen Initiative, sondern als Vorbedingung. Denn nur mit dieser Basisarchitektur fußt ihre HR-Technologie-Roadmap auf einem soliden Fundament.

Dies ist einer von sechs Artikeln der Serie „HR-Lücken schließen“ rund um die Gründe, aus denen Enterprise Content Management zur Grundvoraussetzung für die HR-Transformation wird. Alle Artikel der Serie sind im Doxis Blog zu finden.

Marc Volquardsen

Moin aus Hamburg!

Ich bin Produktmanager & Lösungsarchitekt und seit 2004 bei Doxis. Nach 15 Jahren als Lösungsberater an der Seite des Vertriebs bin ich 2020 in das Produktmanagement für Lösungen gewechselt. Dort konzipiere ich kundennahe Lösungen auf Basis von Doxis, SAP und Salesforce – sprechen Sie mich gerne an.

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