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HR-Technologie-Stacks wachsen, doch es mangelt an Integration
HR-Technologielandschaften sind mit unterschiedlichsten Enterprise-Systemen so komplex wie nie. In einem typischen Großunternehmen kommen sechs bis zehn verschiedene HR-Technologieplattformen zum Einsatz – HRIS, ATS, LMS, Tools für Performance-Management, Personalanalysen, Sozialleistungen, Gehaltsabrechnungen und Employee Experience. Sie alle sollen reibungslos miteinander funktionieren und ein optimales HR-Betriebsmodell bilden.
In der Praxis verwenden die meisten HRIS-Verantwortlichen jedoch mehr Zeit dafür, bestehende Lücken zu schließen, als die Systeme an sich zu verwalten.
Mehr Technologien, aber keine bessere Integration
Laut dem Gartner-Bericht „2025 CHRO Budget Benchmarks“ nimmt HR-Technologie bei Personalverantwortlichen den zweiten Platz unter den Investitionsprioritäten ein: 34 % planen Budgeterhöhungen. An dritter Stelle steht die Talentanalyse mit 28 %, was auf einen stärkeren Trend hin zu datengestützten HR-Prozessen hindeutet.
Doch mit Investitionen in mehr Technologie geht nicht unbedingt mehr Integration einher. Und in den meisten HR-Technologie-Umgebungen ist mangelnde Integration die Schwachstelle.
Zur Lösung einzelner Probleme werden neue Tools hinzugefügt: Jedes Tool basiert auf einem eigenen Datenmodell, einer eigenen API-Struktur und Personalaktenlogik. Die Integration erfolgt in der Regel über einzelne direkte Verknüpfungen. So entsteht ein Netz an Verbindungen, das fehleranfällig, kostenintensiv und zunehmend schwer erweiterbar ist.
Auf Dokumentenebene ist die Situation noch kritischer.. Die meisten Dokumentenmanagement-Lösungen wurden nie für die Integration in HR-Systeme entwickelt, sie waren für die Speicherung von Dokumenten gedacht. Wenn die Integrationslücke bei den Dokumenten liegt, dürfen diese nicht einzeln mit den verschiedenen Systemen verknüpft werden. Stattdessen ist eine Dokumentenmanagement-Architektur erforderlich, die das HR-Datenmodell nativ unterstützt.
Die Integrationsschulden
Die strategische Planungsannahme von Gartner zu KI und Dokumentenmanagement ist eindeutig: Bis 2030 ist bei 80 % der KI-Einführungen in Unternehmen, die sich im Vorfeld von KI-Investitionen nicht ausreichend mit der Dokumenteninfrastruktur beschäftigen, mit unerwarteten Budgetüberschreitungen zu rechnen. Für HRIS-Verantwortliche existiert die Dokumenten-Integrationslücke also nicht bloß auf dem Papier – sie ist tatsächlich ein aktives finanzielles Risiko, das sich entlang der aktuellen Technologie-Roadmap aufbaut.
(Quelle: Gartner, Evaluating AI for Document Management, Januar 2026)
Für HRIS-Abteilungen sind Integrationsschulden keine abstrakte Größe. Sie zeigen sich ganz konkret, etwa in folgenden Szenarien:
- Systemdatensätze müssen manuell abgeglichen werden, wenn Daten nicht übereinstimmen.
- HR-Mitarbeitende bitten das HRIS-Team um Zugriff auf Dokumente, die per Self-Service-Option verfügbar sein sollten.
- Bei Audits werden Compliance-Mängel festgestellt, wenn Dokumente nicht systemseitig abrufbar sind.
- KI- und Analyseprojekte geraten ins Stocken, weil die erforderlichen Daten in voneinander isolierten Systemen vorliegen.
Auf Dokumentenebene ist die Integration am schwierigsten
Unter all den Herausforderungen in Sachen Integration rund um den HR-Technologie-Stack ist die Dokumentenebene eine der größten. Das hängt mit der Natur von Dokumenten zusammen:
- Unstrukturiert – anders als Datenfelder sind die Inhalte von Dokumenten nicht standardisiert oder ohne zusätzliche Verarbeitung maschinenlesbar.
- Lebenszyklusabhängig – die Relevanz sowie die Anforderungen an die Zugänglichkeit und Aufbewahrung von Dokumenten variieren je nach Status der betroffenen Beschäftigten.
- Rechtsgebietsspezifisch – Aufbewahrungsregeln für HR-Dokumente unterscheiden sich je nach Land, Region und Branche, was die Komplexität für Unternehmen mit globalen oder standortübergreifenden Belegschaften erhöht.
- Rechtlich relevant – vielfach ist das Dokument (nicht der entsprechende Datensatz) der Rechtsbeweis für einen Arbeitsvertrag, eine Beschäftigungspflicht oder ein Compliance-Ereignis.
Allgemeine Dokumentenmanagement-Lösungen dienen der Speicherung. Sie befassen sich nicht mit HR-spezifischen Anforderungen rund um Lebenszyklus, Compliance und Integration – also den Aspekten, die das Dokumentenmanagement im Personalwesen besonders komplex machen.
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Die Kosten mangelhafter Integration
Die Betriebskosten einer mangelhaften Integration von HR-Technologien sind erheblich:
- HRIS-Teams verbringen mehr Zeit mit der Verwaltung von Workarounds als mit der Umsetzung der HR-Technologie-Roadmap.
- Personalverantwortliche verlieren das Vertrauen in das HRIS, wenn es dokumentenbezogene Anfragen nicht beantworten kann.
- Compliance-Teams können sich in Sachen Auditnachweise nicht auf den HR-Technologie-Stack verlassen.
- Ziele zur Produktivitätssteigerung – wie sie im Kontext von KI immer häufiger gesteckt werden – bleiben unerreichbar, wenn die zugrunde liegende Dateninfrastruktur fragmentiert ist.
Auch strategische Kosten fallen an: HRIS-Verantwortliche, die keinen Beleg für die Vorteile ihrer Technologie-Architektur in Sachen Compliance, Produktivität und KI-Reife haben, können zunehmend schlechter argumentieren, warum sich Investitionen in die nächste Phase der HR-Technologie-Roadmap lohnen.
Der Strukturwandel der Architektur: Hub-and-Spoke-Dokumentenintegration
Erfolgreiche HRIS-Teams, die diese Herausforderung überwinden, führen eine Integration von Dokumenten nach dem sogenannten Hub-and-Spoke-Modell ein – dabei liegt eine genau auf den Anwendungsfall zugeschnittene Dokumentenmanagement-Ebene zwischen den Dokumentenspeichern und dem HRIS. Auf einzelne direkte Verknüpfungen zwischen je einem System und einem Dokumentenspeicher wird verzichtet.
Eine SAP SuccessFactors-Umgebung zeichnet sich dann durch Folgendes aus:
- Eine Dokumentenmanagement-Plattform, die SuccessFactors-Datenereignisse nativ integriert
- Von System-Workflows angestoßene Dokumentenerstellung, -verteilung und -archivierung – ohne manuelle HR-Vorgänge
- Von der Dokumentenebene durchgesetzte Regeln zur Aufbewahrung und Löschung auf Grundlage von Beschäftigungsdaten
- Self-Service-Optionen für den Dokumentenzugriff über das entsprechende SuccessFactors-Portal für Mitarbeitende
Dabei handelt es sich nicht um eine Insellösung, sondern um eine grundlegende Architekturentscheidung. Und von dieser profitiert der HR-Technologie-Stack in Sachen Produktivität, Compliance und KI-Reife.
HRIS-Teams müssen mangelhafte Integration jetzt angehen
HR-Technologie-Stacks wachsen. Doch die Integration hält nicht Schritt. Und die Dokumentenebene – also jener Teil der HR-Technologie-Architektur, bei dem die Integration am schwierigsten ist – wird viel zu häufig zurückgestellt.
HRIS-Verantwortliche, die mit Produktivitätssteigerungen und Compliance-Verbesserungen überzeugen wollen, müssen die Dokumenten-Integrationslücke schließen. Nicht im Rahmen einer zukünftigen Initiative, sondern als Vorbedingung. Denn nur diese Basisarchitektur schafft ein solides Fundament für die HRIS-Roadmap.
Dies ist einer von sechs Artikeln der Serie „HR-Lücken schließen“ rund um die Gründe, aus denen Enterprise Content Management zur Grundvoraussetzung für die HR-Transformation wird. Alle Artikel der Serie sind im Doxis Blog zu finden.
Marc Volquardsen
Moin aus Hamburg!
Ich bin Produktmanager & Lösungsarchitekt und seit 2004 bei Doxis. Nach 15 Jahren als Lösungsberater an der Seite des Vertriebs bin ich 2020 in das Produktmanagement für Lösungen gewechselt. Dort konzipiere ich kundennahe Lösungen auf Basis von Doxis, SAP und Salesforce – sprechen Sie mich gerne an.
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