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KI im Vertragsmanagement: Inhalte erkennen, Risiken bewerten, Prozesse anstoßen
| Christian Bley
Verträge sind weit mehr als reine Rechtsdokumente: Sie enthalten Fristen, Verpflichtungen, Risiken und geschäftskritische Informationen. Gleichzeitig ist der Umgang damit im Alltag häufig aufwendig, weil Verträge in sehr unterschiedlichen Ausprägungen vorliegen, aus verschiedenen Quellen kommen und in unterschiedlichen Sprachen erstellt werden. Das führt im Alltag zu zahlreichen manuellen Verarbeitungsschritten: Dokumente müssen gesichtet, eingeordnet, relevante Informationen erfasst, Risiken bewertet und die nächsten Prozessschritte angestoßen werden.
Genau an dieser Stelle kann künstliche Intelligenz im Vertragsmanagement gezielt unterstützen – nicht als Ersatz für Legal oder Einkauf, sondern als Beschleuniger für wiederkehrende Tätigkeiten. Besonders wirksam ist KI dort, wo sie unstrukturierte Vertragsinhalte in strukturierte Informationen überführt, etwa durch Klassifizierung und Extraktion von Kerndaten, Klauselinhalten, Verpflichtungen oder Fristen. Der eigentliche Mehrwert entsteht, wenn die gewonnenen Informationen direkt in Akten, Workflows und Geschäftsprozesse einfließen – also dann, wenn die Ergebnisse in der Vertragsakte verfügbar sind und Prüf- bzw. Freigabeprozesse gezielt unterstützt oder ausgelöst werden.
In diesem Artikel geht es daher konkret um KI-Anwendungsfälle rund um das Vertragsmanagement. Dabei wird das Hauptaugenmerk auf die Themen Klassifizierung, Extraktion von Inhalten, Aufbereitung von Verpflichtungen und Risiken sowie die prozessuale Nutzung dieser Ergebnisse in Doxis gelegt. Ergänzend werden rechtliche und Compliance-Aspekte betrachtet sowie die Frage, wie sich KI je nach Betriebsmodell sinnvoll einsetzen lässt.
Wo KI im Vertragsmanagement sinnvoll ist
Automatische Klassifizierung und Zuordnung zu Akten und Prozessen
Der erste Engpass entsteht häufig schon beim Eingang der Unterlagen: Verträge kommen über unterschiedliche Kanäle ins Unternehmen, werden intern weitergeleitet, liegen in mehreren Versionen vor und lassen sich nicht immer eindeutig einordnen. Oft ist zunächst unklar, ob es sich um einen Vertrag, einen Nachtrag, AGB, eine Anlage oder lediglich um vorvertragliche Korrespondenz handelt. KI kann hier unterstützen, indem sie Dokumente automatisch klassifiziert – etwa nach Dokumenttyp, Sprache, Version beziehungsweise Entwurfsstatus, beteiligten Parteien oder thematischer Zuordnung.
Gerade diese frühe Einordnung ist ein wesentlicher Hebel für mehr Effizienz. Werden Vertragsunterlagen von Beginn an korrekt klassifiziert und der passenden Vertragsakte oder dem richtigen Vorgang zugeordnet, lassen sich Fehlablagen, Mehrfachablagen und wiederkehrende Klärungsschleifen deutlich reduzieren. Eine automatisierte Vorstrukturierung schafft die Grundlage dafür, dass Legal und Einkauf schneller in die eigentliche Prüfung einsteigen können.
Extraktion: Kerndaten, Klauseln und operative Pflichten erfassen
Der zentrale Mehrwert für das Vertragsmanagement liegt in der Extraktion relevanter Informationen. Anders als standardisierte Belege folgen Verträge keinem festen Muster. Sie unterscheiden sich teils deutlich in Aufbau, Formulierungen, Reihenfolge und Detailtiefe. Genau deshalb war das Auslesen relevanter Inhalte bisher mit hohem Aufwand verbunden – entweder als manueller Arbeitsschritt oder mithilfe starrer Regelwerke, die in der Praxis schnell an ihre Grenzen stoßen.
Relevante Informationen, die sich extrahieren lassen, sind zum Beispiel:
- Stammdaten: Vertragsparteien, Vertragsgegenstand, Vertragsdatum, Rechtsform/Adresse (sofern relevant), Ansprechpartner
- Laufzeit & Fristen: Start, Ende, Verlängerung, Kündigungsfrist, automatische Verlängerung, Fristen für Mitteilungen
- Kommerzielle Eckpunkte: Preise/Konditionen (je nach Vertragstyp), Zahlungsbedingungen, Preisänderungsklauseln
- Juristische Klauselarten: Haftung, Gewährleistung, Gerichtsstand, Vertragsstrafe, Audit-/Prüfrechte, IP/Urheberrecht, Datenschutz- und Security-Regelungen, Vertraulichkeit
- Operative Verpflichtungen: Liefer- und Leistungszusagen, Reportingpflichten, Abnahmeprozesse, Reaktionszeiten (SLA), Dokumentationspflichten, Eskalationsregeln
In der Praxis geht es dabei um mehr als das automatische Befüllen einzelner Felder. Gerade bei operativen Verpflichtungen entsteht der eigentliche Mehrwert, wenn KI aus Fließtext strukturierte Informationen ableitet: Wer ist verantwortlich? Welche Leistung ist zu erbringen? Bis wann? Und woran wird die Erfüllung gemessen? Genau diese Punkte beeinflussen später Freigaben und bergen im Projekt- oder Lieferalltag erhebliches Konfliktpotenzial, wenn sie übersehen werden.
Aufbereitung: Verpflichtungen, Abweichungen und Risiken verwertbar machen
Die reine Extraktion von Informationen ist in der Praxis nur der erste Schritt. Entscheidend ist, dass die erkannten Inhalte so aufbereitet werden, dass Legal und Einkauf sie unmittelbar für Bewertungen, Abstimmungen und die Freigabe nutzen können. In der
Praxis haben sich dabei drei Arten der Aufbereitung bewährt:
- Strukturierte Übersicht über Verpflichtungen: Aufgabenähnliche Darstellung mit Verantwortlichen, Fälligkeit, Nachweis bzw. Artefakt und ggf. Status.
- Abweichungen von Standards: Vergleich mit Vorlagen, Playbooks oder Standardklauseln, um Abweichungen, fehlende Regelungen oder ungewöhnliche Formulierungen sichtbar zu machen.
- Risikohinweise: Kennzeichnung von Klauselbereichen, die erfahrungsgemäß kritisch sind, etwa bei unbegrenzter Haftung, atypisch kurzen Kündigungsfristen, unklaren SLA-Regelungen oder unvollständigen Datenschutzklauseln.
Wichtig: Diese Hinweise sind in vielen Organisationen keine rein juristische Frage, sondern auch eine Frage der Steuerung: Wird ein Risiko erkannt, muss klar sein, wer es bewertet, wer darüber entscheidet und welche Eskalation oder Freigabestufe daraus folgt. Genau an dieser Schnittstelle wird KI für Prozesse besonders interessant.
Von KI-Ergebnissen zu Prüf- und Freigabeprozessen in Doxis
Der größte Nutzen von KI im Vertragsmanagement entsteht dann, wenn sie Vertragsinhalte nicht nur in strukturierte Informationen überführt, sondern daraus auch unmittelbar die nächsten sinnvollen Prozessschritte ableitet. Besonders gut zeigt sich das bei Prüf- und Freigabeprozessen.
Ein typisches Szenario: Ein Vertrag geht per E-Mail als PDF- oder Word-Anhang ein. Das System übernimmt die Dokumente in die Vertragsakte, klassifiziert sie beispielsweise als Vertragsentwurf und extrahiert relevante Informationen wie Parteien, Laufzeiten, Kündigungsfristen sowie Klauselbereiche zu Haftung, SLA oder Datenschutz. Auf dieser Basis kann ein Prüf- oder Freigabeprozess gestartet werden, in den je nach Risiko und Relevanz vordefinierte Rollen eingebunden werden – etwa Einkauf, Legal, Fachbereich oder Management.
In Doxis lassen sich solche KI-Ergebnisse typischerweise als Metadaten in der Akte ablegen und direkt für automatisierte Workflows und prozessgesteuerte Vorgangsbearbeitung nutzen. Beispiele für pragmatische Regeln sind:
- Werden bestimmte Kerndaten nicht erkannt oder fehlen sie, wird eine Aufgabe zur Klärung erzeugt.
- Werden Klauselbereiche als potenziell kritisch markiert, etwa bei deutlich abweichenden Haftungsregelungen, geht der Vertrag in eine erweiterte Legal-Prüfung oder in eine zusätzliche Freigabestufe.
- Werden operative Pflichten wie Reporting, Abnahme oder SLA-relevante Anforderungen extrahiert, kann die fachliche Prüfung gezielt auf diese Punkte gelenkt werden, statt den gesamten Vertrag erneut vollständig zu prüfen.
Wichtig ist dabei: KI bereitet die Prüfung vor, ersetzt sie aber nicht. Die extrahierten Inhalte und Hinweise helfen dabei, schneller zu den relevanten Punkten zu gelangen. Bewertung und Freigabe bleiben weiterhin bei Legal und Einkauf. So bleibt der Prozess nachvollziehbar, und Entscheidungen lassen sich in der Vertragsakte sauber dokumentieren.
Nutzen: Was Legal und Einkauf konkret gewinnen
Fokussiert sich der Einsatz von KI im Vertragsmanagement auf Klassifizierung, Extraktion, Risikohinweise und die prozessuale Weiterverarbeitung, ergeben sich daraus klare praktische Vorteile:
- Schnellere Erstbewertung (Triage): Es wird früher erkennbar, welche Verträge weitgehend standardisiert sind und welche eine vertiefte Prüfung erfordern.
- Weniger manuelle Datenerfassung: Metadaten wie Parteien, Laufzeiten oder Kündigungsfristen werden automatisch vorgeschlagen und müssen nicht jedes Mal manuell erfasst werden.
- Mehr Transparenz über Pflichten und Fristen: Operative Verpflichtungen werden sichtbarer und lassen sich im weiteren Verlauf gezielter steuern.
- Frühere Risikoerkennung: Kritische Klauselbereiche werden schneller identifiziert, bevor Verträge ungeprüft in die falsche Richtung weiterlaufen.
- Konsistentere Prozesse: Prüf- und Freigabeabläufe werden verlässlicher, weil Trigger, Rollen und Eskalationen weniger vom individuellen Vorgehen abhängen.
- Bessere Nachvollziehbarkeit: Entscheidungen lassen sich mit dokumentierten Prüfschritten und klaren Hinweisen in der Vertragsakte festhalten – relevant für interne Kontrollen und Audits.
Diese Effekte lassen sich in Projekten häufig auch mit Kennzahlen belegen, etwa anhand der Durchlaufzeit in der Vertragsprüfung, des Anteils automatisch befüllter Felder, der Reduktion manueller Ablage oder der Zahl fristbezogener Eskalationen. Und nicht zuletzt zeigen sich Verbesserungen oft auch ganz praktisch im Alltag: weniger Rückfragen, weniger Schleifen, mehr Orientierung im Prozess.
Praxistipp
Hey Doxi, wie bereiten sich Unternehmen für KI im Vertragsmanagement vor?
- Mit einem klaren Use Case starten
Zum Beispiel Klassifizierung, Fristenextraktion oder Risikohinweise — nicht alles auf einmal. - Geeignete Vertragsarten auswählen
Am besten mit häufig vorkommenden und vergleichsweise standardnahen Verträgen beginnen. - Fachbereiche früh einbinden
Legal, Einkauf und Fachbereich sollten gemeinsam festlegen, welche Inhalte relevant sind und wie Ergebnisse bewertet werden. - Prozesse von Anfang an mitdenken
KI sollte nicht nur Informationen extrahieren, sondern diese direkt für Akten, Aufgaben, Prüf- und Freigabeworkflows nutzbar machen. - Pilotieren, messen, nachschärfen
Mit einem klar abgegrenzten Pilot starten, Ergebnisse prüfen und Nutzen anhand konkreter Kriterien bewerten.
Von Vertragsinhalten zu automatisierten Prozessen
Wie lassen sich Informationen aus Dokumenten direkt in effiziente Workflows überführen? Der Leitfaden zeigt, wie Sie Prozesse ganzheitlich automatisieren und optimieren.
Jetzt lesenRecht, Compliance und Governance: KI verantwortungsvoll einsetzen
Sobald KI im Umgang mit Verträgen eingesetzt wird, stellt sich nicht nur die Frage, ob das technisch möglich ist, sondern auch, unter welchen Rahmenbedingungen es verantwortungsvoll und rechtskonform geschieht. Besonders relevant sind dabei drei Aspekte:
Datenschutz und personenbezogene Daten
Auch in B2B-Verträgen finden sich regelmäßig personenbezogene Daten, etwa Ansprechpartner, Signaturen, E-Mail-Korrespondenz oder Rollenbezeichnungen. Sobald KI diese Daten verarbeitet, gelten die üblichen datenschutzrechtlichen Grundsätze: Zweckbindung, Datenminimierung, Zugriffskontrolle, Protokollierung sowie geeignete technische und organisatorische Maßnahmen. Bei Szenarien, in denen KI Entscheidungen automatisiert vorbereitet oder trifft, sollte zudem Artikel 22 DSGVO berücksichtigt werden. Er betrifft Entscheidungen, die ausschließlich automatisiert erfolgen und für betroffene Personen rechtliche oder ähnlich erhebliche Auswirkungen haben.
Im Vertragsmanagement ist das meist nur mittelbar relevant, weil Freigaben in der Regel nicht vollautomatisch erfolgen. Dennoch ergibt sich daraus eine klare Leitlinie: Human-in-the-loop ist nicht nur fachlich sinnvoll, sondern vielfach auch regulatorisch der belastbare Standard.
AI Act: Pflichten wachsen stufenweise
Mit dem EU AI Act entsteht ein regulatorischer Rahmen, der je nach Einsatzszenario und Risikoeinstufung unterschiedliche Anforderungen mit sich bringt. Diese Vorgaben gelten nicht auf einen Schlag, sondern werden stufenweise wirksam. Für viele KI-Anwendungen im Vertragsmanagement dürfte die praktische Einordnung eher im Bereich begrenzter Risiken liegen. Entscheidend ist jedoch, dass Organisationen ihre Nutzung nachvollziehbar dokumentieren, Zuständigkeiten festlegen und Transparenz- sowie Schulungsthemen ernst nehmen. Dazu gehört auch, den kompetenten Umgang mit KI organisatorisch zu verankern.
Governance-Prinzipien für die Praxis
Für den Einsatz von KI im Vertragsmanagement braucht es klare Leitplanken. In der Praxis sind vor allem vier Prinzipien entscheidend:
- KI-Ergebnisse werden als Vorschläge behandelt, nicht als verbindliche Wahrheit.
- Es gibt Qualitätskontrollen, etwa durch Aussteuerung, Stichproben, Schwellenwerte und Eskalationen bei Unsicherheit.
- Es ist klar geregelt, wer Risiken bewertet und wer Freigaben erteilt.
- Zugriffe, Änderungen, Freigaben und Versionen bleiben nachvollziehbar dokumentiert.
So bleibt KI ein Werkzeug zur Effizienzsteigerung, ohne Verantwortlichkeiten zu verwischen.
Cloud, On-Prem, Hybrid: Das passende Betriebsmodell finden
Im Umfeld von KI und Vertragsmanagement zeigt sich fast immer ein Spannungsfeld: Einerseits sollen sensible Vertragsdokumente das Unternehmen möglichst nicht verlassen, andererseits sind viele leistungsfähige KI-Services heute cloudbasiert. Die zentrale Frage ist daher nicht nur, ob KI eingesetzt werden kann, sondern unter welchen technischen und organisatorischen Rahmenbedingungen.
Option A: Vertragsdokumente bleiben intern
Diese Anforderung ist in vielen Unternehmen naheliegend – insbesondere dann, wenn Verträge besonders sensible Inhalte enthalten oder interne Vorgaben entsprechend strikt sind. Die Konsequenz liegt auf der Hand: KI muss innerhalb der eigenen Infrastruktur betrieben werden, etwa On-Prem oder in einer stark kontrollierten Private-Cloud-Umgebung. Alternativ kommen Ansätze infrage, bei denen nur minimierte oder vorverarbeitete Daten an externe Dienste übergeben werden. Das ist grundsätzlich möglich, bringt jedoch meist höheren Betriebs-, Integrations- und Governance-Aufwand mit sich. Zudem verfügt nicht jede Organisation bereits über die Infrastruktur und das Know-how, um KI-Services intern in vergleichbarer Qualität zu betreiben.
Option B: Cloud-basierte KI-Services
Cloudbasierte KI-Services sind häufig schneller verfügbar, leichter skalierbar und mit geringerem Initialaufwand nutzbar. Deshalb werden sie in vielen Unternehmen zumindest für ausgewählte Anwendungsfälle eingesetzt. Voraussetzung ist allerdings ein klar definierter Rahmen: Welche Vertragsdaten dürfen verarbeitet werden? Wie werden Daten verschlüsselt? In welchen Regionen werden sie gespeichert oder verarbeitet? Welche Protokollierung ist vorgesehen? Und welche vertraglichen sowie organisatorischen Maßnahmen – etwa AV-Verträge und TOMs – sind erforderlich?
Option C: Hybride Betriebsmodelle
Gerade in DMS- und ECM-Szenarien erweist sich ein hybrider Ansatz häufig als pragmatischer Mittelweg. Vertragsakten, Workflows und geschäftskritische Steuerung bleiben im eigenen System, während KI-Services je nach Sensitivität und Anwendungsfall gezielt angebunden werden. In der Praxis ist genau das oft der tragfähigste Weg: Der Wunsch nach einer vollständig internen Verarbeitung ist weit verbreitet, umgesetzt werden jedoch häufig hybride oder cloudnahe Modelle, weil sich Nutzen so schneller realisieren lässt und interne KI-Infrastrukturen nicht überall verfügbar sind.
Entscheidend ist am Ende weniger die Grundsatzfrage „intern oder cloudbasiert“, sondern ob Datenminimierung, Sicherheitsmaßnahmen, Protokollierung und klare Governance konsequent umgesetzt werden.
Fazit: Strukturierte Vertragsinhalte direkt in Prozesse überführen – hier entfaltet KI ihren Nutzen
KI im Vertragsmanagement überzeugt vor allem dann, wenn sie nicht bei einer technischen Demonstration stehen bleibt, sondern Legal und Einkauf im Alltag konkret entlastet. Die größten Hebel liegen in der Praxis in der Klassifizierung und Extraktion unstrukturierter Vertragsinhalte sowie in der Aufbereitung von Pflichten, Fristen und Risikohinweisen. Entscheidend wird ihr Einsatz jedoch erst dann, wenn diese Ergebnisse in Prüf- und Freigabeprozesse einfließen und nicht nur gelesen, sondern operativ genutzt werden.
Gleichzeitig braucht der Einsatz von KI einen klaren Rahmen. Datenschutz, Nachvollziehbarkeit und eindeutige Verantwortlichkeiten sind keine Zusatzthemen, sondern Grundvoraussetzungen. Mit dem EU AI Act kommen schrittweise weitere Anforderungen hinzu. Themen wie AI Literacy sollten daher frühzeitig organisatorisch verankert werden.
Auch beim Betriebsmodell ist ein realistischer Blick sinnvoll. Der Wunsch, Vertragsdaten ausschließlich intern zu verarbeiten, ist in vielen Organisationen nachvollziehbar. In der Praxis werden jedoch häufig hybride Ansätze gewählt, weil sich Nutzen so schneller realisieren lässt als mit vollständig intern betriebenen KI-Umgebungen. Entscheidend ist am Ende nicht die Grundsatzfrage, sondern die konkrete Ausgestaltung: Datenminimierung, Sicherheitsmaßnahmen, Protokollierung und ein Prozessdesign, in dem KI unterstützt, aber nicht unkontrolliert entscheidet.
KI im Vertragsmanagement ist besonders dann wirksam, wenn sie Struktur schafft und diese Struktur in verlässliche Prozesse übersetzt.
Christian Bley
Hi, ich bin Chris Bley, Solution Engineer Doxis. Seit 15 Jahren berate ich meine Kunden rund um das Thema Digitalisierung, erarbeite Konzepte und setze Projekte in diesem Bereich um. Ein wesentlicher Teil meiner Arbeit besteht dabei aus der Vermittlung meines Wissens. Neben der Veranstaltung von Workshops erstelle ich daher viel Content in Form von Artikeln, Videos, Whitepapern uvm. Wenn am Ende des Tages noch kreative Energie übrig ist, fließt diese in mein Tonstudio und neue Songtexte.
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